March 22, 2011

Verantwortlich für 2000 Jahre Antisemitismus



The Hiram Key pt 14

pt 1 Brüderliche Liebe durch mystische Genossenschaft
pt 2 Leere Ka[rdi]näle ohne Wasser, zynische Betrüger
pt 3 Römisches Regime: Schmelztiegel der Ideologien
pt 4 Jesus 325 nach Christus in Nicäa zum Gott gewählt
pt 5 Das Puzzle um Abraham und die Schäfer-Könige
pt 6 Mächtige Mysterien, die Geheimhaltung erfordern
pt 7 Symbiotische Inkulturation des Zynismus am Nil
pt 8 Lieber sterben als das heilige Vertrauen verraten
pt 9 Magier, die Steine zum Reden bringen konnten
pt 10 Macht der Loge als Basis für stabile Entwicklung
pt 11 Schwammige Gottheiten für jeden Geschmack
pt 12 Qumraner-Mönche Vorbild römischer Ordensritter
pt 13 Politikmagier die das kulturell Heilige verkörpern
pt 15 Wie Paul das Christentums erfand
pt 16 Jahbulon in Ordo-Templi-Orientis-Ritualen
pt 17 Inquisitorischer, mörderischer Kreuzigungskult
pt 18 Freimaurer als Erben der echten Lehren Jesu
pt 19 Freimaurer-Netzwerk mit 100.000 Terrorzellen


S. 262) Wir waren vertraut mit dem Konzept, bei dem die Initiierten die "Lebendigen" waren und jeder andere als "Toter" bezeichnet wurde. Die Gemeinschaft von Qumran hatte den festen Glauben, dass man nur in der Gemeinschaft "leben" konnte, und ein paar Juden glaubten, dass man nur in einem Palästina, das von der römischen Herrschaft befreit war, "lebendig" sein konnte. Wir lasen bei G.W. Buchanan, dass es zu dieser Zeit bei jüdischen Sekten allgemein üblich war zu glauben, dass alle anderen Juden religiös gesehen "tot" waren.

Marcel Valmy 1988: Die Freimaurer, S. 14 f.) In der Meistererhebung erlebt der Kandidat die Urmythe der Menschheit schlechthin, den Verrat am Göttlichen, dessen Tod und glanzvolle Wiederauferstehung, wie wir sie vom Mithras- und Osiris-Kult kennen, um ihr später im Mysterium von Golgatha neu zu begegnen.
Es ist diese Urerfahrung jeder wahrhaft geistigen Entwicklung in den irdischen Fesseln der Vergänglichkeit, welche der Aufstrebende ehrfürchtig bejaht und für die Goethe im "Westöstlichen Diwan" die Worte gefunden hat:

"Und solang du das nicht hast, dieses Stirb & Werde,
bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde."


S. 264 f.) "Tod" durch Austritt oder Ausschluss

Manchmal erlitten Menschen einen "kurzfristigen Tod", weil sie den inneren Kreis verließen und dann wieder aufgenommen wurden. Ein Beispiel dafür war Lazarus, der die Nerven verlor, als der Tod von Jesus unausweichlich schien und er seinen Schwestern Maria und Martha erklärte, dass er Angst habe und den inneren Kreis verlassen wolle. Vier Tage später traf Jesus ein, und Maria sagte zu Jesus, dass Lazarus wohl nicht "tot" wäre, wenn Jesus da gewesen wäre, um mit ihm zu sprechen.
Jesus suchte daraufhin Lazarus und überredete ihn, wieder zu den "Lebenden" zurückzukehren.
Die Erweckung des Lazarus ist immer als eines der größten Wunder Jesu, das in den Evangelien aufgezeichnet wurde, angesehen worden, aber da uns jetzt die Terminologie der Juden im 1. Jh. klar ist, können wir diese unnötige, nekromantische Interpretation getrost vergessen.
[...] Allein die Idee, eine verwesende Leiche wieder zum Leben zu erwecken, wäre damals für jeden Juden ein verabscheuungswürdiger Gedanke gewesen, und für moderne Christen ist es absurd, zu glauben, dass es jemals eine Zeit gegeben haben könnte, in der über solche Dinge nebenbei gesprochen wurde. Das ist genauso absurd, als würde man glauben, dass es in Bagdad eine Zeit gab, in der fliegende Teppiche das gebräuchliche Verkehrsmittel waren. Menschen, die im allgemeinen pragmatisch sind, scheinen allen Ernstes glauben zu wollen, dass diese Lächerlichkeit in der Vergangenheit in irgendeinem untergegangenen "goldenen Zeitalter" geschehen ist.


S. 267) (Schein)heilige (Menschen-)Schäfer

So wie wir die Terminologie und die Absichten von Jesus und seiner Splittergruppe verstehen, kann das Ganze auch wie folgt übersetzt werden:

Groß ist Dein Name, Jahwe. Israel wird Dein Reich werden.
Das heilige Leben, das Du bringst, wird in Israel geführt werden. Unterstütze uns, bevor Dein Reich kommt. Vergib uns, wenn wir Deine Forderungen nicht erfüllen, so wie wir denen vergeben, die uns enttäuschen. Und mach uns das Leben nicht zu schwer, um unseren Entschluss zu testen, sondern hilf uns, Irrtümer bei unseren heiligen Unterfangen zu vermeiden. Israel gehört Dir und die Macht, über uns zu herrschen, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Lass es so sein.


S. 268 f.) Das Verblüffendste was Jesus tat

Das Verblüffendste, was Jesus tat, und was die strengen Qumraner am meisten entsetzte, war die Tatsache, dass er "Unreine" – wie verheiratete Männer, Krüppel und sogar Frauen – aufnahm. Für Jesus waren sie alle gleichermaßen in der Lage, vor Gott zu sündigen, und brauchten deshalb genauso Vergebung wie die anderen. Dieser Gedanke der Gleichheit war zu jener Zeit revolutionär und wurde zum Kern seiner Lehre.
Jesus brauchte vor allem Geld, und natürlich musste er zu den Reichen gehen, um es zu bekommen. Unglücklicherweise waren es gerade diese Leute, die als besonders sündig angesehen wurden. Seit der Zerstörung des Tempels im Jahr 586 v.Chr. war das Haus des Herrn geschändet, und fromme Juden versuchten, ihr Haus und sich selbst so rein wie möglich zu halten. Das bedeutete, die levitischen Gesetze und die Speisevorschriften sorgsam einzuhalten. Ein Mitglied der Gemeinschaft von Qumran würde niemals das Haus eines Nichtmitglieds (einer "toten" Person also) betreten, weil man dort allen möglichen Unreinheiten ausgesetzt war. Jesus stieß so genannte "würdige" Juden vor den Kopf, indem er die Häuser von Steuereintreibern betrat, was dazu führte, dass man ihn beschuldigte, sich mit "Sündern", "Unzucht Treibenden", "Säufern" und "Dirnen" einzulassen.
Obwohl diese Menschen respektabel und sehr reich waren, gingen sie doch nicht den "rechten Weg", und deshalb wurden sie mit allen möglichen Schimpfwörtern belegt. Der Ausdruck "Unzucht Treibende" bedeutete z.B. einfach nur, dass diese Leute bei der Arbeit oder im gesellschaftlichen Leben mit Nichtjuden zu tun hatten, und nahm keineswegs auf ihr ausschweifendes Sexualleben Bezug.
Ein Steuereintreiber wurde ein Jünger von Jesus, und ein anderer, Zachäus, war doch tatsächlich oberster Steuereintreiber, ehe er von den "Toten auferstand".
Er gab die Hälfte seines Vermögens her, um für vergangene Ungerechtigkeiten zu büßen, und die andere Hälfte gab er den "Armen" – was eine Bezeichnung für die Gemeinschaft von Qumran war.


S. 271 f.) Seligsprechungen = unspektakuläre Rekrutierungsparolen

Diese "Seligsprechungen" lesen sich ziemlich unspektakulär, wenn man sie als das erkennt, was sie sind – eine Reihe von Rekrutierungs-Slogans, die sich alle auf eines reduzieren lassen: "Werde einer von uns und habe teil am 'Reich Gottes' – oder sei ein Nichts." Das muss ziemlich gut funktioniert haben.
Die Christen begreifen erst seit kurzem, welche komplexen, speziell jüdischen Zeitumstände hinter dieser beseelten Rekrutierungskampagne standen – früher hat man wilde, übermäßig entfremdete Theorien angewandt, um den eigenen Glauben auf jede nur mögliche Art unterzubringen.
Das mag ja oft ganz gut gewesen sein, aber es war sicher nicht das, was Jesus meinte.


Die radikal anti-katholische Frauenpolitik des Messias


[...] Manche der Kernaussagen von Jesu Lehren kann man in zeitgenössischen Werken erkennen, die aus dem Neuen Testament ausgeschlossen sind. In Logos 114 des Evangeliums des Thomas (Jesu Zwillingsbruder) erklärt Jesus, dass Frauen Männern gleichgestellt sind:

"Simon Petrus sagte zu ihnen: Befehlt Maria zu gehen, denn Frauen sind es nicht wert, zu leben. Jesus aber sagte: Ich werde sie selbst anleiten, ein Mann zu werden, damit auch sie eine lebendige Seele bekommt, die euch Männern ähnelt.
Denn jede Frau, die zum Manne wird, geht in das Himmelreich."

Es braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden, dass Simon Petrus keineswegs der Meinung war, alle Frauen sollten umgebracht werden, als er sagte, dass sie es "nicht wert seien zu leben". Dies war nur ein Hinweis darauf, dass sie den Raum verlassen sollte, während die Mitglieder des höchsten Ordens der Bewegung (die Lebenden also) geheime Fragen diskutierten. Jesus muss seine Anhänger sehr verblüfft haben, als er erwiderte, dass er Maria persönlich "von den Toten auferwecken" würde, damit sie das erste weibliche Mitglied der Elite werden konnte, und dass jede Frau das Recht hätte, es genauso zu werden.
Diese Stelle stammt sicher direkt von dem radikalen Lehrer, den die Christen Jesus nennen, und es ist – gelinde gesagt – enttäuschend, wenn man sieht, wie viele Priester vehement dagegen sind, dass Frauen Priester werden.

Im geheimen Buch des Jakobus, das angeblich von Jakobus, dem Bruder Jesu, nach der Kreuzigung geschrieben wurde, wird Jesus zitiert, als er erklärt, wie seine Anhänger seine Lehren verstehen müssen:

"Hört auf das Wort. Begreift das Wissen. Liebt das Leben.
Und niemand wird euch verfolgen oder euch unterdrücken – nur noch ihr selbst."

Dieser Mann war verblüffend. Wir konnten nicht glauben, dass mitten in einem solchen Schlamassel so viel Weisheit weitergegeben wurde.
Für uns verkörpern diese Worte immer noch eine wunderbare persönliche Lebensphilosophie.


S. 273) Amtlicher Steckbrief

Er warf sofort die Tische um, während seine Anhänger die Kaufleute zu Boden stießen. Die Menschen versteckten sich entsetzt, während Jesus laut seine Ansichten über ihr unfrommes Benehmen herausbrüllte, ehe er sich schnell nach Bethanien, zirka drei Kilometer östlich der Stadt, zurückzog. Man war zweifellos allgemein der Meinung, dass diese Mission ein großer Erfolg war, aber in Wirklichkeit war es der Anfang vom Ende.
Von diesem Augenblick an entschlossen sich die römischen und jüdischen Autoritäten, zu handeln und dem Ärger mit dieser Sekte in Qumran ein Ende zu bereiten, ehe sie zu stark für Gegenmaßnahmen wurde.
Jakobus wurde sofort verhaftet, und nach Jesus wurde mittels eines Steckbriefes gefahndet, der das Aussehen des Mannes beschrieb. Alle Kopien und Hinweise auf diesen Steckbrief wurden schon vor langer Zeit vernichtet, denn die Beschreibung eines alles andere als vollkommenen Gottes ist einer wachsenden Kirche nie zuträglich.


S. 277) Und ewig grüßt die Polittheologie

Die Jünger Jesu wussten, dass er nicht damit rechnete, lebend aus der Konfrontation mit dem Tempel und den römischen Behörden, die er inszeniert hatte, davonzukommen. Das Evangelium des Thomas behauptet, die geheimen Worte Jesu zu enthalten, niedergeschrieben wurde es von Judas Didymos, der angeblich der Zwillingsbruder von Jesus gewesen sein soll und deshalb Thomas gerufen wurde, was "Zwilling" bedeutete.
Dieses Evangelium war keine konstruierte Geschichte, sondern eine Auflistung von Worten des Anführers.
In Spruch Nr. 16 berichtet Thomas:

Die Jünger fragten Jesus: "Wir wissen, dass du uns verlassen wirst. Wer soll unser Anführer sein?" Jesus sagte zu ihnen: "Wo immer ihr auch seid, wendet euch an Jakobus den Gerechten, denn für ihn sind Himmel und Erde wohl gemacht."

Das weist deutlich darauf hin, dass der Streit zwischen den Brüdern beigelegt war und dass Jesus seine Zukunft in einem düsteren Licht sah. Man kann gut verstehen, warum Konstantin 300 Jahre später das Evangelium des Thomas nicht in den Kanon seiner "offiziellen" Bibel aufnehmen ließ, denn die römisch-katholische Kirche hatte Petrus und nicht Jakobus zum nächsten Führer auserkoren – ein Anspruch, den wir heute als falsch ansehen.


S. 278 ff.) Jakobus = Jesus Barabbas, Sohn Gottes/Sohn des Vaters und priesterlicher Messias

Die Machthaber in Jerusalem hatten jetzt genau das, was sie wollten – beide Säulen dieser gefährlichen messianischen Bewegung, die die Absicht hatte, den Sanhedrin und den römischen Prokurator Pontius Pilatus zu entmachten. Die jüdischen Priester fürchteten, dass Jakobus ihnen ihr Recht im Tempel streitig machen würde, und der Römer fand die Lage kaum mehr als etwas unangenehm. Er wusste, dass diese Juden den Ruf hatten, eine Menge Ärger zu machen, wenn sie wild wurden, aber hinter ihm standen einige gut ausgebildete Truppen. Unglücklicherweise befanden sich die meisten aber gerade zwei Tagesmärsche entfernt in Cäsarea, was bedeutete, dass jeder Aufstand innerhalb von drei Tagen niedergeschlagen werden konnte – aber das war doch lang genug, um ihn an der Stadtmauer hängen zu sehen.
Pilatus war kein Narr. Er dachte sich einen Plan aus, der jeden zufrieden stellte.
Der römische Prokurator hatte Jakobus und Jesus, die beiden, die behaupteten, die Säulen der subversiven Sekte zu sein, verhaftet, und beiden drohte das Todesurteil, aber Pilatus wusste, dass er nur einen töten musste, um den Plan zum Scheitern zu bringen, und deshalb machte er das Angebot, einen freizulassen, und überließ der Menge die Wahl. Bitte denken Sie daran, dass Jesus nicht der Name unseres Mannes war, obwohl wir den "königlichen Messias" so nennen. Es war die Beschreibung seiner Rolle als "Erlöser", was auf hebräisch Jehoshua heißt. Jakobus' hebräischer Name war bestimmt Ja'acov, aber ihn konnte man als Erlöser bezeichnen, was man auf Griechisch mit Jesus übersetzen würde. Wie wir es vermutet hatten, seit uns die wahre Bedeutung des Namens Barabbas klar geworden war, waren die beiden bei der Verhandlung Jesus, "der König der Juden", und Jesus, "der Sohn Gottes". Jakobus wurde Barabbas genannt, wörtlich übersetzt: "der Sohn Gottes", denn man hielt ihn für den priesterlichen Messias und deshalb für den einzigen, der direkt vom "Vater" abstammte.

Es ist eine komplette Erfindung der späteren Kirche, dass es die Sitte gab, an Pessach einen Gefangenen freizulassen. Das stimmt einfach nicht, und es wäre auch sehr unrömisch und närrisch gewesen. In Wirklichkeit war dies die Idee von Pilatus, der mit einer delikaten Situation fertig werden musste. Der größte Teil der Menge stammte aus Qumran und war auf der Seite von Jakobus oder, wie er an jenem Tag hieß: Jesus Barabbas.
"Jesus, der König der Juden" bekam nicht genug Stimmen und wurde schuldig gesprochen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und auf einem T-förmigen Kreuz gekreuzigt, auf dem die Worte "König der Juden" über seinem Kopf angeschlagen waren. Er starb ungewöhnlich schnell, und das war wohl zu erwarten, wenn er wirklich einen Buckel hatte, wie im Steckbrief beschrieben.
[...] Weil wir dabei waren, Jesu Leben aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen, waren Dinge, die für andere nichts bedeuteten, für uns vielleicht große Stücke in unserem riesigen Puzzle. Einen der größten Funde machten wir in versteckten Passagen eines rabbinischen Textes namens "Tosefta Schebuoth", der aus den ersten Jahrhunderten n.Chr. stammt. Dieses Dokument enthält die Erinnerungen der überlebenden Juden in Jerusalem und erzählt auch den Verlauf der Ereignisse vor der Katastrophe von 70 n.Chr. – und weil dieses Buch nicht aus einer christlichen Tradition stammt, glauben wir, dass man es als eine alte und "unverpfuschte" Quelle ansehen kann.

In der Tosefta Schebuoth 1:4 stolperten wir über nichts geringeres als eine deutliche Beschreibung, die ein neues Licht auf das warf, was zwischen Jesus und Jakobus bei der Kreuzigung geschah:

"Zwei Priester, die Brüder waren, liefen nebeneinander die Rampe hinauf, und einer kam bis auf vier Ellen vor dem anderen an den Altar.
Er nahm ein Messer (zum Töten der Opfertiere) und stieß es sich ins Herz."

Interessanterweise bestätigt dieser Folgesatz den christlichen Gedanken, dass Jesus sich absichtlich selbst Gott opferte. Ein Gedanke, den wir erst akzeptierten, als wir diese letzten Stunden rekonstruierten, in denen sich Jesus in der Tat freiwillig auf eine Verhaftung einließ.
Als Jesus am Kreuz starb, wurde er als Pessachlamm angesehen, wie es ja auch in Petrus 1:19 steht.
Der letzte Teil dieser Textstelle aus der Tosefta Schebuoth ist wirklich ein großer Fund!

Rabbi Zedeq trat heraus aus dem Tor und stand oben auf dem Tempelberg und sagte: "Hört mich an, o unsere Brüder, Haus von Israel! So steht es geschrieben, wenn eine Leiche gefunden wird, und eure Ältesten und Richter Maß nehmen: Jetzt liegt es an uns, wo und wann sollen wir Maß nehmen? Für das Heiligtum? Oder den Hof?"
Alles Volk stöhnte und weinte nach dem, was er gesagt hatte.

Hier haben wir einen Abschnitt mit enorm wichtigen Worten, die Jakobus, der Bruder von Jesus, gesagt hat – möglicherweise nur Minuten nachdem man Jesus vom Kreuz abgenommen hatte.
Sie sollten eigentlich in der Bibel stehen, aber dort findet man sie nicht.

Der erste Teil dieses rabbinischen jüdischen Textes ist eine Beschreibung des Wettlaufes zwischen Jesus und Jakobus um die Darstellung als priesterlicher Messias, obwohl beide sich darin einig waren, dass Jesus der königliche Messias war. Diese stilisierte Erzählung berichtet, dass Jesus fast sein Ziel, beide Säulen zu sein, erreicht hatte, als er sich opferte. Sein Bruder, Rabbi Zedeq (wortwörtlich der Lehrer der Rechtschaffenheit), war offenbar durch diesen Verlust tief getroffen, und er spricht voller Leidenschaft und Zorn zu den Mitgliedern der Gemeinschaft von Qumran, während er in der Eingangshalle Salomos steht, die sich vor dem Hof der Nichtjuden befindet. Jakobus bezog sich auf eine bekannte alte Anweisung im Deuteronomium (21:1-9), in der es um die Schuld bei einem Mord geht – es wird festgelegt, welche Stadt der Leiche am nächsten ist. Als er die Juden der Gemeinschaft fragt, ob sie "für das Heiligtum oder den Hof" Maß nehmen, meinte er einfach, dass sie, die angeblich so wertvollen Juden, genauso schuldig wie der Sanhedrin waren, die den Tod allein durch die Tatsache verursacht hatten, dass sie Jesus gewählt hatten.


S. 281 f.) Eine bösartige Lüge

Ein sehr wichtiger Beweis dafür, dass dieser Text wirklich die Rede des Jakobus enthält, ist die Geschichte, dass Pontius Pilatus sich die Hände wusch, um zu dokumentieren, dass er nicht die Verantwortung für den Mord übernehmen wollte, während er den Befehl zur Kreuzigung gab. Sich die Hände zu waschen, um Unschuld zu demonstrieren, war keine römische Sitte, sondern stammte aus dem essenisch-qumranischen Umfeld. Deshalb ist dieser Aspekt wohl später hinzugefügt worden und kein wahrer Ereignisbericht.
In Wirklichkeit stammt er aus exakt der gleichen Stelle des Deuteronomiums, auf die Jakobus sich bezog, und wurde als Zeichen der Unschuld nach einem Mord gedeutet – ganz bestimmt nicht vorher.
Nachdem eine Leiche gefunden worden war und man die Stadt bestimmt hatte, die am nächsten lag, mussten die Ältesten dieser Stadt eine junge Kuh nehmen, die nie das Joch getragen hatte, ihr den Kopf abschlagen und dann die Hände über ihrem Kadaver waschen und dabei sagen: "Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben nichts gesehen." Im nächsten Vers wird Gott angerufen, "unschuldig vergossenes Blut nicht deinem Volke Israel" zuzurechnen, und dann ist man der Blutschuld ledig.
Diese Regelung im Alten Testament, sich von einem Mord rein zu waschen, war den Autoren der synoptischen Evangelien sicher bekannt, denn Matthäus z.B. legt Pontius Pilatus in 27:24-25 folgende Worte in den Mund:

"Als aber Pilatus sah, dass es nichts nützte, sondern dass vielmehr ein heftiger Tumult entstand, nahm er Wasser, wusch sich vor dem Volk die Hände und sagte:
Seht, ich bin unschuldig am Blute dieses Gerechten.
Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder."

Wenn wir die Stelle aus dem Deuteronomium mit Matthäus vergleichen, ist die Parallele kristallklar:

"Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben nichts gesehen.
(5. Mose 21:7b)
Rechne unschuldig vergossenes Blut nicht deinem Volke Israel zu!" (5. Mose 21:8a)

In der alttestamentlichen Stelle heißt es, dass jemand, der einen Mord nicht getan oder gesehen hat, seine Unschuld beweist. Hier sagt Pilatus, dass er nicht an der Tat mitschuldig ist, und es sind die Juden, die es sehen.
Wer immer auch diese Version geschrieben hat, kannte die Worte des Jakobs nach der Kreuzigung, und die Schreiber bauten darauf eine Mitschuld der versammelten Menge auf. Jakobus konnte nicht wissen, dass seine Worte bald von Nichtjuden verdreht werden und der jüdischen Nation bis in alle Ewigkeit das Schandmal des "Gottesmordes" aufdrücken würden. Der Ruf der Menge "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" ist eine bösartige Lüge, die verantwortlich ist für 2000 Jahre Antisemitismus!

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