March 24, 2011

Wie Paul das Christentums erfand



The Hiram Key pt 15

pt 1 Brüderliche Liebe durch mystische Genossenschaft
pt 2 Leere Ka[rdi]näle ohne Wasser, zynische Betrüger
pt 3 Römisches Regime: Schmelztiegel der Ideologien
pt 4 Jesus 325 nach Christus in Nicäa zum Gott gewählt
pt 5 Das Puzzle um Abraham und die Schäfer-Könige
pt 6 Mächtige Mysterien, die Geheimhaltung erfordern
pt 7 Symbiotische Inkulturation des Zynismus am Nil
pt 8 Lieber sterben als das heilige Vertrauen verraten
pt 9 Magier, die Steine zum Reden bringen konnten
pt 10 Macht der Loge als Basis für stabile Entwicklung
pt 11 Schwammige Gottheiten für jeden Geschmack
pt 12 Qumraner-Mönche Vorbild römischer Ordensritter
pt 13 Politikmagier die das kulturell Heilige verkörpern
pt 14 Verantwortlich für 2000 Jahre Antisemitismus
pt 16 Jahbulon in Ordo-Templi-Orientis-Ritualen
pt 17 Inquisitorischer, mörderischer Kreuzigungskult
pt 18 Freimaurer als Erben der echten Lehren Jesu
pt 19 Freimaurer-Netzwerk mit 100.000 Terrorzellen


S. 283) Warum ist es wohl so, dass manche Leute überzeugt davon sind, dass Jesus gekreuzigt wurde, und andere, dass das nicht geschah? Die Antwort ist bemerkenswert simpel: Beide Seiten sind davon überzeugt, Recht zu haben, weil sie auch alle Recht haben. Zwei Söhne Marias standen zusammen vor Gericht, und beide hatten behauptet, der Erlöser oder Messias zu sein, und trugen deshalb den Namen "Jesus".
Einer starb am Kreuz, der andere nicht. Der eine, der nicht starb, war Jakobus, der Geringere der beiden, aber derjenige mit der größeren Faszination.
Es ist kein Wunder, dass die Menschen glaubten, er wäre dem Kreuz entronnen.



S. 283 f.) Zweifacher Messias

Der Davidstern ist heute überall als Symbol des Judentums akzeptiert, aber dieses Hexagramm besteht in Wirklichkeit aus zwei Symbolen, die übereinander gelegt wurden, um eine neue Bedeutung zu schaffen, und sein Ursprung ist ganz und gar nicht jüdisch. Es handelt sich um zwei Pyramiden, die übereinander gelegt wurden. Die aufrechte Pyramide ist ein altes Symbol für die Macht des Königs, denn das Fundament ist auf der Erde, und die Spitze weist zum Himmel. Die andere, umgekehrte Pyramide repräsentiert die Macht des Priesters, die im Himmel begründet ist und bis zur Erde reicht.
In dieser Form ist es das Merkmal des zweifachen Messias – des priesterlichen oder "zedeq" Messias und des königlichen oder "mischpat" Messias. So ist es das einzige wahre Zeichen von Jesus, und es hat noch die Zusatzbedeutung, den leuchtenden Stern von Davids Geschlecht, der am Morgen aufgeht, zu verkörpern.


S. 284 ff.) Die alte ägyptische Erlöser-Hieroglyphe

Er heißt nicht deshalb Stern Davids, weil David ihn erfunden hat, sondern weil Jesus sich als den "Stern Davids" bezeichnet hat, der prophezeit wurde. Daher ist es nicht überraschend, dass dieses Symbol in keinem alten hebräischen Buch auftaucht und der Stern in ferner Vergangenheit des Judentums nur als Schmucksymbol zusammen mit anderen Symbolen des Mittleren Ostens benutzt wurde – wozu ironischerweise auch das Hakenkreuz gehörte. Der Davidstern wurde erst im Mittelalter häufiger an christlichen Kirchen benutzt, und wir waren sehr verblüfft, als wir herausfanden, dass es Gebäude waren, die Tempelritter entworfen hatten! In Synagogen wurde er erst sehr viel später verwendet. Ein berühmter Synagogenbauer zu Beginn des 20. Jh.s, ein Herr namens Alfred Grotte, schrieb folgendes über den Davidstern:

"Als im 19. Jh. mit dem Bau architektonisch bedeutender Synagogen begonnen wurde, strebten die meist nichtjüdischen Architekten danach, diese Gotteshäuser nach dem Modell von Kirchen zu bauen. Sie glaubten, dass sie nach einem Symbol suchen müssten, das mit dem der Kirchen korrespondierte, und da stolperten sie über das Hexagramm.
Da selbst jüdische Theologen völlig hilflos waren, was jüdischen Symbolismus anging, wurde der Davidstern als sichtbares Zeichen des Judentums ausgelobt. Da seine geometrische Form sich leicht an bauliche Ziele anpasst, gilt es seit nunmehr drei Generationen als unumstößliche Tatsache, die sogar bereits durch Tradition geheiligt ist, dass der Davidstern für die Juden das gleiche heilige Symbol darstellt wie das Kreuz und der Halbmond für die anderen monotheistischen Religionen."

Wir wunderten uns wieder einmal darüber, wie oft Geschichte aus einer wundervollen Anhäufung von Missverständnissen und Eitelkeiten gemacht wird!
[...] Wenn der Davidstern also ein Symbol des einzigartigen Messiastums Jesu ist, sollte er doch eigentlich das Kennzeichen des Christentums sein, und man muss sich die Frage stellen, was dann das Symbol des Judentums ist? Die Antwort lautet: das Kreuz! Das ist das Zeichen "Tau", und es ist die Form des Kreuzes, an dem Jesus gekreuzigt wurde – und nicht die Kreuzform, die allgemein angenommen wird. Das Tau war das Mal Jahwes, das die Keniter auf ihrer Stirn trugen, lange bevor Moses ihnen im Sinai über den Weg lief, und es ist auch das magische Symbol, das während des Pessach auf die Türschwellen gemalt wurde. Wir waren verblüfft, als wir entdeckten, dass die Form des Kruzifixes, das von der christlichen Kirche benutzt wird, in Wahrheit eine alte ägyptische Hieroglyphe ist, und uns blieb der Mund offen stehen, als wir die genaue Bedeutung herausfanden: "Erlöser", was übersetzt ins Hebräische "Jehoshua" oder "Josua" heißt und im Griechischen "Jesus". Kurz gesagt: Die Form des Kruzifixes ist nicht ein Symbol Jesu, sondern sein Name!


S. 286 f.) Amen = Lass es so sein!

Wir wussten, dass Jakobus der Gerechte der erste Bischof oder – wie es auf Hebräisch heißt – "Mebakker" wurde und dass er zum Zeichen seines Amtes eine Mitra trug. Die wird heute von allen Bischöfen getragen, und woher die Mitra stammt, steht außer Frage – sie kam mit Moses aus Ägypten. Die Mitra mit ihrem geteilten Kopfteil ist mit der Kopfbedeckung eines modernen Bischofs identisch und kam ganz sicher über die Nasoräer von den alten Ägyptern. Denn es war die Hieroglyphe für Amun, den Schöpfergott Thebens, der später mit dem unterägyptischen Sonnengott Re zu Amun Re verschmolz. Wieder einmal glaubten wir nicht an einen Zufall. Die Verbindungen von Ägypten nach Jerusalem bis in unsere heutige Zeit wurden zu einer lückenlosen Beweiskette! Schließlich mussten wir daran denken, wie häufig der Name Amun heutzutage ausgesprochen wird: Täglich benutzen Christen ihn am Ende jeden Gebets. Konnte es ursprünglich so gewesen sein, dass man den Segen Amuns auf die Bitte erflehte, sodass sie erfüllt wurde? Da Theben die Stadt Seqenenre Taos war, konnten wir annehmen, dass ein solcher Gebetsabschluss über Moses in der Auferstehungszeremonie an die Israeliten weitergegeben wurde. Im Hebräischen wurde das Wort "Amen" am Ende eines Gebets in der Bedeutung "lass es so sein" benutzt, und die Christen haben es von den Juden übernommen.


S. 288 ff.) Glaubt keinem anderen Lehrer

Die Hinrichtung des "Königs der Juden" durch einen römischen Prokurator erregte viel Aufmerksamkeit in ganz Israel, und viele Menschen interessierten sich plötzlich für die messianische Bewegung. Einer davon war ein römischer Bürger mit Namen Saulus, der aus einem Bezirk kam, der heute zur Türkei gehört. Seine Eltern waren Diaspora-Juden geworden, und er war ein junger Mann, der zwar als Jude erzogen war, dem aber die Kultur und die Einstellung der reinen Anhänger von Jahwe fehlten, die in der Gemeinschaft von Qumran manifestiert waren. Der Gedanke, dass seine Tätigkeit darin bestand, Christen zu verfolgen, ist völliger Unsinn, denn damals gab es diesen Kult noch gar nicht. Die Nasoräer unter der Führung des Jakobus waren die jüdischsten Juden, die man sich nur vorstellen kann, und Saulus' Aufgabe bestand lediglich darin, auf Anweisung der Römer den kleinsten Rest jeder Unabhängigkeitsbewegung auszumerzen.
Die Mandäer im südlichen Irak sind ja Nasoräer, die aus Juda vertrieben wurden, und diese Vertreibung datiert aus dem Jahr 37 nach Christus, sodass fast sicher ist, dass ihr Verfolger Saulus (alias Paulus) war.
Saulus muss fast 17 Jahre lang die Geißel der jüdischen Freiheitsbewegung gewesen sein, denn erst im Jahr 60 erblindete er auf der Straße nach Damaskus. Heute glaubt man, dass Saulus niemals die Autorität gehabt hätte, Aktivisten in Damaskus zu verhaften – selbst wenn es dort welche gegeben haben sollte, was sehr zweifelhaft ist – und viele Experten meinen heute, dass sein Ziel Qumran gewesen sei, das ja oft als "Damaskus" bezeichnet wurde. Seine Erblindung und die Wiedererlangung der Sehkraft waren symbolisch für seine Konversion zur nasoräischen Sache.
Die Tatsache, dass Saulus' Ziel Qumran war, wird bestätigt in der Apostelgeschichte 22:14, wo ihm gesagt wird, dass er "den Gerechten" sehen wird – ein offensichtlicher Hinweis auf Jakobus.

"Er aber sprach: Der Gott unserer Väter hat dich dazu bestimmt, seinen Willen zu erkennen und den Gerechten zu sehen und ein Wort aus seinem Munde zu hören."

Paulus hörte die Geschichte der Nasoräer direkt von Jakobus, aber da er als Jude im Ausland aufgewachsen und römischer Bürger war, begriff er die Botschaft nicht und entwickelte sofort eine hellenistisch geprägte Faszination für die Geschichte von Jesu Tod und seiner Rolle als "Opferlamm". Ganz bestimmt wurde Paulus nicht in die Geheimnisse von Qumran eingeführt, weil er nur kurze Zeit dort war und es ja eine dreijährige Ausbildung erforderte, ehe man Bruder wurde.
Die Beziehung zwischen dem Neuling und Jakobus war bald sehr gespannt.
Paulus hatte 17 Jahre lang potenziell rebellische Juden gejagt, und er konvertierte nie zu der Sache Johannes des Täufers, Jesu und Jakobus'. Stattdessen erfand er einen Kult, dem er den griechischen Namen "Christen" gab, eine Übersetzung des hebräischen Wortes Messias. Er nannte Jesus – den er nie gekannt hatte – "Christus" und begann eine Gefolgschaft aufzubauen. Weil Paulus die Terminologie der Nasoräer nicht begriff, war er der Erste, der die Gleichnisse in Jesu Lehren wörtlich nahm, und aus einem jüdischen Patrioten wurde ein wundertätiger Halbgott. Er behauptete, die Unterstützung des Simon Petrus zu haben, aber das war nur eine unter vielen Lügen. Simon Petrus warnte vor anderen Lehren als denen der nasoräischen Anführer:

"Lasst größte Vorsicht walten, dass ihr keinem Lehrer glaubt, es sei denn, er kommt aus Jerusalem und bringt Zeugnis von Jakobus, dem Bruder des Herrn."
(Quelle: Hugh Schonfield, "Those Incredible Christians")

Nachdem wir Robert Eisenmans Deutung der qumranischen Texte gelesen hatten, hegten wir keinen Zweifel mehr daran, dass Paulus der "Verspritzer von Lügen" war, der mit "Jakobus, dem Lehrer der Rechtschaffenheit" im Streit lag. Das Benutzen des Wortes "Verspritzer" ist ein typisch qumranisches Wortspiel, das sich auf die Taufprozeduren bezog, die dieser Gegner durchführte. [...] Wir glauben, dass der "Lügner" und Gegner des Jakobus Paulus war, der Mann, der über seine Erziehung als Pharisäer log, Lügen über die Mission Christi verbreitete, lehrte, dass das Gesetz der Juden unwichtig sei, und Unbeschnittene zuließ. Aus den Paulusbriefen geht klar hervor, dass man aus Jerusalem Apostel in seine Bezirke schickte, um seine Autorität zu untergraben und seinen Lehren zu widersprechen. Paulus spricht von Widersachern von ungeheurem Ansehen, die "den Ruf haben, jemand zu sein", und den "Ruf haben, Säulen zu sein", und er erklärt, dass er nicht abhängig von den höchsten Aposteln sei. Er beschreibt sie als "Diener Satans", "falsche Apostel" und "irrende Brüder". Er ist erstaunt, dass sich seine galatischen Konvertierten einem "anderen Evangelium" zuwenden, und teilt ihnen mit: "Wenn jemand euch ein anderes Evangelium als das predigt, was ihr empfangen habt, so verflucht ihn." Er nennt die Boten von Jakobus "falsche Brüder, die geschickt wurden ... die Freiheit auszuspionieren, die wir in Jesus Christus haben, und uns so fesseln wollen."


S. 290 f.) Ein einfacher Abenteurer und skrupelloser Lügner

Manche Kommentatoren wie Hyam Maccoby haben gewichtige Argumente dafür vorgebracht, dass Paulus kein pharisäischer Rabbi war, sondern ein einfacher Abenteurer obskurer Herkunft.
Ebionitische Schriften bestätigen, dass Paulus weder pharisäischer Herkunft war noch eine derartige Ausbildung hatte. Er war ein konvertierter Jude aus Tarsus, der Sohn nichtjüdischer Eltern. Als Erwachsener kam er nach Jerusalem und wurde Diener des Hohen Priesters. Als seine Hoffnungen auf Beförderung sich nicht erfüllten, trennte er sich vom Hohen Priester und gründete seine eigene Religion.
Paulus gibt zu, dass es zwei sich widersprechende Versionen über das Leben und die Mission Christi gibt – die "falschen" Lehren von Jakobus, dem Bruder Christi, und seine eigene hellenistische Mysterienromanze, die die Kernaussagen des Judentums außer acht lässt.
Im 9. Kapitel des 1. Korintherbriefes verleiht er seiner Missachtung für die Jerusalemer Urgemeinde Ausdruck und stellt offen klar, welch skrupelloser Lügner er ist:

"Und ich bin den Juden wie ein Jude geworden, damit ich Juden gewinne ... denen, die ohne Gesetz sind, als ob ich ohne Gesetz wäre ... allen bin ich alles geworden ... Ich laufe nun so wie einer, der nicht ins Ungewisse läuft, ich kämpfe so wie einer, der nicht in die Luft schlägt ..."


Gehorcht der Regierung, denn alle Herrscher sind von Gott eingesetzt


[...] Im Römerbrief 10:12 verleiht Paulus seinem Verlangen Ausdruck, eine Gemeinschaft zu begründen, die keinen "Unterschied zwischen Juden und Griechen" macht. Dieser Ehrgeiz charakterisierte die Familie des Herodes und ihre Anhänger. Paulus machte sich also daran, die Besatzer zu stärken, die das Geschlecht Davids aus Jerusalem vertrieben und ihren Königsmessias ermordet hatten. Er verkündete:

"Ihr müsst der Regierung gehorchen.
Da alle Herrscher von Gott eingesetzt werden, wurden auch die Behörden von Gott eingesetzt."

Paulus' Status als römischer Bürger war ganz klar "ehrlich" verdient.
Dieser Ausbeuter der Religion muss großen Hass und große Furcht erregt haben. Sein direkter Zugang zu den herodianischen Kreisen in Jerusalem kommt in der Apostelgeschichte klar zum Vorschein, und das weist Paulus als möglichen Verschwörer gegen Jakobus aus. Jakobus muss sich dieser Gefahr bewusst gewesen sein, denn er vermied mit großer Vorsicht, Paulus die gleichen Nackenschläge zu verpassen wie dieser ihm. Paulus fuhr fort, die "Geheimnisse" der Gemeinschaft von Qumran für seine eigene Lehre zu stehlen. Im 1. Korintherbrief 3:9 ff. benutzt Paulus das Bild von "Aufbau" und "Grundstein legen", das das Habakuk-Pescher anwendet, wenn seine Gemeinschaft als "Gottes Gebäude" beschrieben wird und er sich selbst als "Baumeister" und Jesus Christus als "Eckstein" bezeichnet. (Quelle: Robert Eisenman, "The Habakkuk Pesher") Diese Begriffe, benutzt von Jesus und allen Nasoräern, wurden natürlich an die Freimaurer weitergereicht.
[...] Zweifellos hatte Paulus mit seiner Behauptung, unter Gamaliel als Pharisäer ausgebildet worden zu sein, versucht, selbst die Leitung zu übernehmen, aber er besaß genug politischen Instinkt, um zu wissen, dass er es nicht schaffen würde. Wie unbeliebt Paulus bei den Bürgern von Jerusalem war, kann man dem 21. Kapitel der Apostelgeschichte entnehmen. Hier leistet sich Paulus ein Fehlurteil in Bezug auf seine Autorität und betritt den Tempel, wird aber von einer aufgebrachten Menge herausgezerrt, die ihn steinigen will, weil sie in ihm den Mann erkennt, der in Ephesus gegen die Gemeinschaft und das Gesetz gepredigt hat.
Der Aufstand muss ziemlich heftig gewesen sein, denn in der Bibel steht zu lesen, dass "ganz Jerusalem in Aufruhr war", und ein paar Hundertschaften römischer Truppen wurden aus der Festung Antonia zu Hilfe gerufen, die zum Glück für Paulus genau neben dem Tempelhof lag.


S. 294 f.) Jakob 20 Jahre, Jesus nur ein Jahr im Amt

Es schien uns wahrscheinlich, dass der Jüdische Krieg von 66 bis 70 n.Chr. durch die Spannungen ausgelöst wurde, die nach dem Mord an Jakobus dem Gerechten entstanden waren, und wir fanden heraus, dass auch Josephus dieser Meinung war. Obwohl das Originaldokument nicht mehr existiert (es ist zweifellos von der römisch-katholischen Kirche vernichtet worden), wissen wir davon, weil der Kirchenvater Origenes im 3. Jh. auf Josephus' Beobachtungen hinwies, die ihn sehr verwirrten. Origenes schrieb:

"Obgleich er nicht an Jesus Christus glaubte, soll Josephus, als er nach dem wahren Grund für den Fall Jerusalems suchte, gesagt haben, dass die Verfolgung von Jesus der Grund für ihren Ruin gewesen ist. Denn das Volk brachte den prophezeiten Messias um. Doch gegen seinen Willen, und nicht weit von der Wahrheit entfernt, sagt er, dass dies die Juden als Rache für Jakobus den Gerechten überkam, der der Bruder Jesu, des so genannten Christus, war. Weil man ihn umbrachte, obwohl er ein vollkommen rechtschaffener Mann war."

Die meisten Christen heute wissen nichts von dieser Sache, die ihnen doch so viel bedeutet, aber wenn man sich klarmacht, dass Jesus das Amt ein Jahr innehatte, Jakobus aber 20 Jahre, dann ist es nur logisch anzunehmen, dass er zu jener Zeit eine populärere Gestalt war.
Die Position und der Einfluss des Jakobus als Jesu Bruder wird in vielen alten Aufzeichnungen gewürdigt, in der katholischen Lehre hingegen unterdrückt, sodass Laien und sogar große Teile des Klerus keine Informationen darüber haben, wie es Hugh Schonfield in seinem Buch "The Essene Odyssey" beklagt.
Der Krieg, der im Jahre 66 ausbrach, leitete eine vierjährige Gewaltherrschaft ein, in der scheußliche Taten von Juden an Römern, Römern an Juden und Juden an Juden begangen wurden.
Die Gräueltaten, die verübt wurden, lassen sich durchaus mit den schlimmsten der Französischen und der Russischen Revolution vergleichen. Josephus, der Historiker der Juden, war der jüdische Kommandeur in Galiläa, bis er die Seiten wechselte und mit großer Leidenschaft seine vormaligen Offiziere jagte. Anfangs hatten die Juden Erfolg, als sie den syrischen Legaten besiegten, der auf Jerusalem marschierte, aber sie konnten die Macht der römischen Armee nie besiegen.


S. 295) November 67

Die Nasoräer, die an die Macht des Schwertes bei der Wiederherstellung der Herrschaft Gottes glaubten, wurden Zeloten genannt, und es ist sicher, dass sie im November 67 Jerusalem und den Tempel eroberten. Unter der Führung des Johannes von Gischala entdeckten die Zeloten, dass viele Priester des Tempels und führende Bürger der Stadt Frieden mit den Römern schließen wollten. Ein solches Ansinnen wurde nicht toleriert, und jeder, der diese Ansicht äußerte, wurde sofort getötet. Die römischen Kräfte kamen ständig näher, und selbst dem eifrigsten Zeloten musste klar sein, dass das Ende nahe war. Im Frühling 68 wurde der Entschluss gefasst, die Tempelschätze zu verstecken, also die heiligen Schriftrollen, Gefäße und Geld, damit sie nicht in die Hände von Nichtjuden fielen. Es war auch höchste Zeit, denn im Juni zerstörten die Römer Jericho und die Siedlung in Qumran. Zwei Jahre später fiel Jerusalem in die Hände des Titus, und die Zeloten wurden entweder getötet oder gefangen genommen, und schließlich starben die letzten Juden, die um die Geheimnisse der Nasoräer wussten, in der Festung Masada, als alle Bewohner lieber Selbstmord begingen, als sich den Römern zu ergeben.


S. 296) 61 Verstecke

John Allegros Deutung der Kupferrolle lässt erkennen, dass es mindestens noch eine Kopie gab, die im Tempel selbst versteckt worden war:

"In der Grube (Shîth) gen Norden, in einer Höhlung mit einem nördlichen Eingang, ist direkt am Eingang eine Kopie dieses Dokuments vergraben, mit einer Erklärung und den Größen, samt einer Inventur von allem."

Konnte das die Schriftrolle gewesen sein, die die Tempelritter zuerst gefunden hatten? Wenn es so war, dann waren sie in der Lage, eine vollständige Schatzkarte anzufertigen. In seinen detaillierten Notizen beweist Allegro, dass die "Shîth" (was "Grube" oder "Höhle" bedeutet) direkt unter dem Altar des Tempels lag.
Es war also die Höhle, die von dem Marmorblock mit dem Ring in der Mitte abgedeckt wurde.
Die Kupferrolle listet riesige Mengen von Gold, Silber, kostbaren Objekten und mindestens 24 Schriftrollen auf, die im Tempel versteckt wurden. Die Lage von 61 unterschiedlichen Verstecken wird genau beschrieben.


S. 297) Jesus ein Pionier des demokratischen Denkens

Nachdem die Juden den Krieg verloren hatten und der Tempel zum letzten Mal zerstört war, gerieten die vergrabenen Schriftrollen in Vergessenheit, und die Lehren Jesu und der Nasoräer wurden durch das Christentum ersetzt, das man wohl besser mit dem Ausdruck "Paulentum" beschreiben könnte. Aber die Tatsache, dass die christliche Theologie die Inhalte der überlebenden Lehren Jesu nicht reflektiert, verleitet zu der Annahme, dass das Dogma eine spätere Erfindung ist. Wie Rupert Furneaux in seinem Werk "The Other Side of the Story" schreibt, waren die Lehrsätze, die Paulus erfand, etwas ganz anderes als die revolutionären Gedanken an Gleichheit, die Jesus verbreitete. Jesus war ein Revolutionär und ein Pionier des demokratischen Denkens.
Dank Paulus und des nichtjüdischen hierarchischen Kultus, den er entwickelte, wurden Jesu Lehren begraben und vergessen. Aber wir wussten, dass es an der Zeit war, sie auferstehen zu lassen.


S. 298) Unser Fischzug durch die Geschichte hatte eine fortlaufende Verbindung ergeben, die vom Mord an Seqenenre Tao über die Entstehung der jüdischen Nation bis zur Blüte des Konzeptes Ma'at in der Gemeinschaft von Qumran reichte. [...] Jetzt blieb immer noch eine Lücke von fast 1000 Jahren, die wir füllen mussten.
An diesem Punkt beschlossen wir, uns noch einmal alle freimaurerischen Rituale anzusehen, die wir kannten – von dem des Royal Arch bis zu dem des 33. Grades.


S. 299 f.) Wer ist der Heilige Geist?

Wir glauben inzwischen, dass wir den Ursprung dieses seltsamen christlichen Konzepts von der Heiligen Dreifaltigkeit, das den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist als drei Personen in einer Gottheit beschreibt, verstehen. Für uns war dieses Vorhandensein von gewissermaßen drei Göttern immer der Beweis dafür, dass das Christentum ursprünglich keine monotheistische Religion darstellte. Dazu kam noch, dass wir nicht begreifen konnten, wer der Heilige Geist war, denn es handelte sich entweder um Jesus oder einen anderen. Christen scheinen es zu vermeiden, allzu viel über das Konzept der Dreifaltigkeit nachzudenken, weil es überhaupt keinen Sinn macht. Der Ursprung der Dreifaltigkeit muss das Säulen-Paradigma gewesen sein. Gott, der Vater, ist der Schalom-Bogen, der Sohn von Gott ist die Zedeq-Säule, und der König der Juden ist die Mischpat-Säule. Die beiden Säulen sind völlig irdisch, und wenn der himmlische Bogen an seinem Platz ist, wird eine vollkommene Harmonie zwischen Gott und seinen Gläubigen erreicht.
Das Benutzen der Säulen und solche Beschreibungen wie Jesus Christus, "der Eckstein", schaffen starke Verbindungen zur Freimaurerei, aber wir hatten auch den offensichtlichen Widerhall des ägyptischen Ursprungs der Geheimnisse der Juden gefunden. [...]
Die Anfänge der christlichen Kirche hatten hingegen nichts mit Jesus zu tun, sondern waren die Erfindung eines Ausländers namens Saulus, der später Paulus hieß.

March 22, 2011

Verantwortlich für 2000 Jahre Antisemitismus



The Hiram Key pt 14

pt 1 Brüderliche Liebe durch mystische Genossenschaft
pt 2 Leere Ka[rdi]näle ohne Wasser, zynische Betrüger
pt 3 Römisches Regime: Schmelztiegel der Ideologien
pt 4 Jesus 325 nach Christus in Nicäa zum Gott gewählt
pt 5 Das Puzzle um Abraham und die Schäfer-Könige
pt 6 Mächtige Mysterien, die Geheimhaltung erfordern
pt 7 Symbiotische Inkulturation des Zynismus am Nil
pt 8 Lieber sterben als das heilige Vertrauen verraten
pt 9 Magier, die Steine zum Reden bringen konnten
pt 10 Macht der Loge als Basis für stabile Entwicklung
pt 11 Schwammige Gottheiten für jeden Geschmack
pt 12 Qumraner-Mönche Vorbild römischer Ordensritter
pt 13 Politikmagier die das kulturell Heilige verkörpern
pt 15 Wie Paul das Christentums erfand
pt 16 Jahbulon in Ordo-Templi-Orientis-Ritualen
pt 17 Inquisitorischer, mörderischer Kreuzigungskult
pt 18 Freimaurer als Erben der echten Lehren Jesu
pt 19 Freimaurer-Netzwerk mit 100.000 Terrorzellen


S. 262) Wir waren vertraut mit dem Konzept, bei dem die Initiierten die "Lebendigen" waren und jeder andere als "Toter" bezeichnet wurde. Die Gemeinschaft von Qumran hatte den festen Glauben, dass man nur in der Gemeinschaft "leben" konnte, und ein paar Juden glaubten, dass man nur in einem Palästina, das von der römischen Herrschaft befreit war, "lebendig" sein konnte. Wir lasen bei G.W. Buchanan, dass es zu dieser Zeit bei jüdischen Sekten allgemein üblich war zu glauben, dass alle anderen Juden religiös gesehen "tot" waren.

Marcel Valmy 1988: Die Freimaurer, S. 14 f.) In der Meistererhebung erlebt der Kandidat die Urmythe der Menschheit schlechthin, den Verrat am Göttlichen, dessen Tod und glanzvolle Wiederauferstehung, wie wir sie vom Mithras- und Osiris-Kult kennen, um ihr später im Mysterium von Golgatha neu zu begegnen.
Es ist diese Urerfahrung jeder wahrhaft geistigen Entwicklung in den irdischen Fesseln der Vergänglichkeit, welche der Aufstrebende ehrfürchtig bejaht und für die Goethe im "Westöstlichen Diwan" die Worte gefunden hat:

"Und solang du das nicht hast, dieses Stirb & Werde,
bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde."


S. 264 f.) "Tod" durch Austritt oder Ausschluss

Manchmal erlitten Menschen einen "kurzfristigen Tod", weil sie den inneren Kreis verließen und dann wieder aufgenommen wurden. Ein Beispiel dafür war Lazarus, der die Nerven verlor, als der Tod von Jesus unausweichlich schien und er seinen Schwestern Maria und Martha erklärte, dass er Angst habe und den inneren Kreis verlassen wolle. Vier Tage später traf Jesus ein, und Maria sagte zu Jesus, dass Lazarus wohl nicht "tot" wäre, wenn Jesus da gewesen wäre, um mit ihm zu sprechen.
Jesus suchte daraufhin Lazarus und überredete ihn, wieder zu den "Lebenden" zurückzukehren.
Die Erweckung des Lazarus ist immer als eines der größten Wunder Jesu, das in den Evangelien aufgezeichnet wurde, angesehen worden, aber da uns jetzt die Terminologie der Juden im 1. Jh. klar ist, können wir diese unnötige, nekromantische Interpretation getrost vergessen.
[...] Allein die Idee, eine verwesende Leiche wieder zum Leben zu erwecken, wäre damals für jeden Juden ein verabscheuungswürdiger Gedanke gewesen, und für moderne Christen ist es absurd, zu glauben, dass es jemals eine Zeit gegeben haben könnte, in der über solche Dinge nebenbei gesprochen wurde. Das ist genauso absurd, als würde man glauben, dass es in Bagdad eine Zeit gab, in der fliegende Teppiche das gebräuchliche Verkehrsmittel waren. Menschen, die im allgemeinen pragmatisch sind, scheinen allen Ernstes glauben zu wollen, dass diese Lächerlichkeit in der Vergangenheit in irgendeinem untergegangenen "goldenen Zeitalter" geschehen ist.


S. 267) (Schein)heilige (Menschen-)Schäfer

So wie wir die Terminologie und die Absichten von Jesus und seiner Splittergruppe verstehen, kann das Ganze auch wie folgt übersetzt werden:

Groß ist Dein Name, Jahwe. Israel wird Dein Reich werden.
Das heilige Leben, das Du bringst, wird in Israel geführt werden. Unterstütze uns, bevor Dein Reich kommt. Vergib uns, wenn wir Deine Forderungen nicht erfüllen, so wie wir denen vergeben, die uns enttäuschen. Und mach uns das Leben nicht zu schwer, um unseren Entschluss zu testen, sondern hilf uns, Irrtümer bei unseren heiligen Unterfangen zu vermeiden. Israel gehört Dir und die Macht, über uns zu herrschen, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Lass es so sein.


S. 268 f.) Das Verblüffendste was Jesus tat

Das Verblüffendste, was Jesus tat, und was die strengen Qumraner am meisten entsetzte, war die Tatsache, dass er "Unreine" – wie verheiratete Männer, Krüppel und sogar Frauen – aufnahm. Für Jesus waren sie alle gleichermaßen in der Lage, vor Gott zu sündigen, und brauchten deshalb genauso Vergebung wie die anderen. Dieser Gedanke der Gleichheit war zu jener Zeit revolutionär und wurde zum Kern seiner Lehre.
Jesus brauchte vor allem Geld, und natürlich musste er zu den Reichen gehen, um es zu bekommen. Unglücklicherweise waren es gerade diese Leute, die als besonders sündig angesehen wurden. Seit der Zerstörung des Tempels im Jahr 586 v.Chr. war das Haus des Herrn geschändet, und fromme Juden versuchten, ihr Haus und sich selbst so rein wie möglich zu halten. Das bedeutete, die levitischen Gesetze und die Speisevorschriften sorgsam einzuhalten. Ein Mitglied der Gemeinschaft von Qumran würde niemals das Haus eines Nichtmitglieds (einer "toten" Person also) betreten, weil man dort allen möglichen Unreinheiten ausgesetzt war. Jesus stieß so genannte "würdige" Juden vor den Kopf, indem er die Häuser von Steuereintreibern betrat, was dazu führte, dass man ihn beschuldigte, sich mit "Sündern", "Unzucht Treibenden", "Säufern" und "Dirnen" einzulassen.
Obwohl diese Menschen respektabel und sehr reich waren, gingen sie doch nicht den "rechten Weg", und deshalb wurden sie mit allen möglichen Schimpfwörtern belegt. Der Ausdruck "Unzucht Treibende" bedeutete z.B. einfach nur, dass diese Leute bei der Arbeit oder im gesellschaftlichen Leben mit Nichtjuden zu tun hatten, und nahm keineswegs auf ihr ausschweifendes Sexualleben Bezug.
Ein Steuereintreiber wurde ein Jünger von Jesus, und ein anderer, Zachäus, war doch tatsächlich oberster Steuereintreiber, ehe er von den "Toten auferstand".
Er gab die Hälfte seines Vermögens her, um für vergangene Ungerechtigkeiten zu büßen, und die andere Hälfte gab er den "Armen" – was eine Bezeichnung für die Gemeinschaft von Qumran war.


S. 271 f.) Seligsprechungen = unspektakuläre Rekrutierungsparolen

Diese "Seligsprechungen" lesen sich ziemlich unspektakulär, wenn man sie als das erkennt, was sie sind – eine Reihe von Rekrutierungs-Slogans, die sich alle auf eines reduzieren lassen: "Werde einer von uns und habe teil am 'Reich Gottes' – oder sei ein Nichts." Das muss ziemlich gut funktioniert haben.
Die Christen begreifen erst seit kurzem, welche komplexen, speziell jüdischen Zeitumstände hinter dieser beseelten Rekrutierungskampagne standen – früher hat man wilde, übermäßig entfremdete Theorien angewandt, um den eigenen Glauben auf jede nur mögliche Art unterzubringen.
Das mag ja oft ganz gut gewesen sein, aber es war sicher nicht das, was Jesus meinte.


Die radikal anti-katholische Frauenpolitik des Messias


[...] Manche der Kernaussagen von Jesu Lehren kann man in zeitgenössischen Werken erkennen, die aus dem Neuen Testament ausgeschlossen sind. In Logos 114 des Evangeliums des Thomas (Jesu Zwillingsbruder) erklärt Jesus, dass Frauen Männern gleichgestellt sind:

"Simon Petrus sagte zu ihnen: Befehlt Maria zu gehen, denn Frauen sind es nicht wert, zu leben. Jesus aber sagte: Ich werde sie selbst anleiten, ein Mann zu werden, damit auch sie eine lebendige Seele bekommt, die euch Männern ähnelt.
Denn jede Frau, die zum Manne wird, geht in das Himmelreich."

Es braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden, dass Simon Petrus keineswegs der Meinung war, alle Frauen sollten umgebracht werden, als er sagte, dass sie es "nicht wert seien zu leben". Dies war nur ein Hinweis darauf, dass sie den Raum verlassen sollte, während die Mitglieder des höchsten Ordens der Bewegung (die Lebenden also) geheime Fragen diskutierten. Jesus muss seine Anhänger sehr verblüfft haben, als er erwiderte, dass er Maria persönlich "von den Toten auferwecken" würde, damit sie das erste weibliche Mitglied der Elite werden konnte, und dass jede Frau das Recht hätte, es genauso zu werden.
Diese Stelle stammt sicher direkt von dem radikalen Lehrer, den die Christen Jesus nennen, und es ist – gelinde gesagt – enttäuschend, wenn man sieht, wie viele Priester vehement dagegen sind, dass Frauen Priester werden.

Im geheimen Buch des Jakobus, das angeblich von Jakobus, dem Bruder Jesu, nach der Kreuzigung geschrieben wurde, wird Jesus zitiert, als er erklärt, wie seine Anhänger seine Lehren verstehen müssen:

"Hört auf das Wort. Begreift das Wissen. Liebt das Leben.
Und niemand wird euch verfolgen oder euch unterdrücken – nur noch ihr selbst."

Dieser Mann war verblüffend. Wir konnten nicht glauben, dass mitten in einem solchen Schlamassel so viel Weisheit weitergegeben wurde.
Für uns verkörpern diese Worte immer noch eine wunderbare persönliche Lebensphilosophie.


S. 273) Amtlicher Steckbrief

Er warf sofort die Tische um, während seine Anhänger die Kaufleute zu Boden stießen. Die Menschen versteckten sich entsetzt, während Jesus laut seine Ansichten über ihr unfrommes Benehmen herausbrüllte, ehe er sich schnell nach Bethanien, zirka drei Kilometer östlich der Stadt, zurückzog. Man war zweifellos allgemein der Meinung, dass diese Mission ein großer Erfolg war, aber in Wirklichkeit war es der Anfang vom Ende.
Von diesem Augenblick an entschlossen sich die römischen und jüdischen Autoritäten, zu handeln und dem Ärger mit dieser Sekte in Qumran ein Ende zu bereiten, ehe sie zu stark für Gegenmaßnahmen wurde.
Jakobus wurde sofort verhaftet, und nach Jesus wurde mittels eines Steckbriefes gefahndet, der das Aussehen des Mannes beschrieb. Alle Kopien und Hinweise auf diesen Steckbrief wurden schon vor langer Zeit vernichtet, denn die Beschreibung eines alles andere als vollkommenen Gottes ist einer wachsenden Kirche nie zuträglich.


S. 277) Und ewig grüßt die Polittheologie

Die Jünger Jesu wussten, dass er nicht damit rechnete, lebend aus der Konfrontation mit dem Tempel und den römischen Behörden, die er inszeniert hatte, davonzukommen. Das Evangelium des Thomas behauptet, die geheimen Worte Jesu zu enthalten, niedergeschrieben wurde es von Judas Didymos, der angeblich der Zwillingsbruder von Jesus gewesen sein soll und deshalb Thomas gerufen wurde, was "Zwilling" bedeutete.
Dieses Evangelium war keine konstruierte Geschichte, sondern eine Auflistung von Worten des Anführers.
In Spruch Nr. 16 berichtet Thomas:

Die Jünger fragten Jesus: "Wir wissen, dass du uns verlassen wirst. Wer soll unser Anführer sein?" Jesus sagte zu ihnen: "Wo immer ihr auch seid, wendet euch an Jakobus den Gerechten, denn für ihn sind Himmel und Erde wohl gemacht."

Das weist deutlich darauf hin, dass der Streit zwischen den Brüdern beigelegt war und dass Jesus seine Zukunft in einem düsteren Licht sah. Man kann gut verstehen, warum Konstantin 300 Jahre später das Evangelium des Thomas nicht in den Kanon seiner "offiziellen" Bibel aufnehmen ließ, denn die römisch-katholische Kirche hatte Petrus und nicht Jakobus zum nächsten Führer auserkoren – ein Anspruch, den wir heute als falsch ansehen.


S. 278 ff.) Jakobus = Jesus Barabbas, Sohn Gottes/Sohn des Vaters und priesterlicher Messias

Die Machthaber in Jerusalem hatten jetzt genau das, was sie wollten – beide Säulen dieser gefährlichen messianischen Bewegung, die die Absicht hatte, den Sanhedrin und den römischen Prokurator Pontius Pilatus zu entmachten. Die jüdischen Priester fürchteten, dass Jakobus ihnen ihr Recht im Tempel streitig machen würde, und der Römer fand die Lage kaum mehr als etwas unangenehm. Er wusste, dass diese Juden den Ruf hatten, eine Menge Ärger zu machen, wenn sie wild wurden, aber hinter ihm standen einige gut ausgebildete Truppen. Unglücklicherweise befanden sich die meisten aber gerade zwei Tagesmärsche entfernt in Cäsarea, was bedeutete, dass jeder Aufstand innerhalb von drei Tagen niedergeschlagen werden konnte – aber das war doch lang genug, um ihn an der Stadtmauer hängen zu sehen.
Pilatus war kein Narr. Er dachte sich einen Plan aus, der jeden zufrieden stellte.
Der römische Prokurator hatte Jakobus und Jesus, die beiden, die behaupteten, die Säulen der subversiven Sekte zu sein, verhaftet, und beiden drohte das Todesurteil, aber Pilatus wusste, dass er nur einen töten musste, um den Plan zum Scheitern zu bringen, und deshalb machte er das Angebot, einen freizulassen, und überließ der Menge die Wahl. Bitte denken Sie daran, dass Jesus nicht der Name unseres Mannes war, obwohl wir den "königlichen Messias" so nennen. Es war die Beschreibung seiner Rolle als "Erlöser", was auf hebräisch Jehoshua heißt. Jakobus' hebräischer Name war bestimmt Ja'acov, aber ihn konnte man als Erlöser bezeichnen, was man auf Griechisch mit Jesus übersetzen würde. Wie wir es vermutet hatten, seit uns die wahre Bedeutung des Namens Barabbas klar geworden war, waren die beiden bei der Verhandlung Jesus, "der König der Juden", und Jesus, "der Sohn Gottes". Jakobus wurde Barabbas genannt, wörtlich übersetzt: "der Sohn Gottes", denn man hielt ihn für den priesterlichen Messias und deshalb für den einzigen, der direkt vom "Vater" abstammte.

Es ist eine komplette Erfindung der späteren Kirche, dass es die Sitte gab, an Pessach einen Gefangenen freizulassen. Das stimmt einfach nicht, und es wäre auch sehr unrömisch und närrisch gewesen. In Wirklichkeit war dies die Idee von Pilatus, der mit einer delikaten Situation fertig werden musste. Der größte Teil der Menge stammte aus Qumran und war auf der Seite von Jakobus oder, wie er an jenem Tag hieß: Jesus Barabbas.
"Jesus, der König der Juden" bekam nicht genug Stimmen und wurde schuldig gesprochen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und auf einem T-förmigen Kreuz gekreuzigt, auf dem die Worte "König der Juden" über seinem Kopf angeschlagen waren. Er starb ungewöhnlich schnell, und das war wohl zu erwarten, wenn er wirklich einen Buckel hatte, wie im Steckbrief beschrieben.
[...] Weil wir dabei waren, Jesu Leben aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen, waren Dinge, die für andere nichts bedeuteten, für uns vielleicht große Stücke in unserem riesigen Puzzle. Einen der größten Funde machten wir in versteckten Passagen eines rabbinischen Textes namens "Tosefta Schebuoth", der aus den ersten Jahrhunderten n.Chr. stammt. Dieses Dokument enthält die Erinnerungen der überlebenden Juden in Jerusalem und erzählt auch den Verlauf der Ereignisse vor der Katastrophe von 70 n.Chr. – und weil dieses Buch nicht aus einer christlichen Tradition stammt, glauben wir, dass man es als eine alte und "unverpfuschte" Quelle ansehen kann.

In der Tosefta Schebuoth 1:4 stolperten wir über nichts geringeres als eine deutliche Beschreibung, die ein neues Licht auf das warf, was zwischen Jesus und Jakobus bei der Kreuzigung geschah:

"Zwei Priester, die Brüder waren, liefen nebeneinander die Rampe hinauf, und einer kam bis auf vier Ellen vor dem anderen an den Altar.
Er nahm ein Messer (zum Töten der Opfertiere) und stieß es sich ins Herz."

Interessanterweise bestätigt dieser Folgesatz den christlichen Gedanken, dass Jesus sich absichtlich selbst Gott opferte. Ein Gedanke, den wir erst akzeptierten, als wir diese letzten Stunden rekonstruierten, in denen sich Jesus in der Tat freiwillig auf eine Verhaftung einließ.
Als Jesus am Kreuz starb, wurde er als Pessachlamm angesehen, wie es ja auch in Petrus 1:19 steht.
Der letzte Teil dieser Textstelle aus der Tosefta Schebuoth ist wirklich ein großer Fund!

Rabbi Zedeq trat heraus aus dem Tor und stand oben auf dem Tempelberg und sagte: "Hört mich an, o unsere Brüder, Haus von Israel! So steht es geschrieben, wenn eine Leiche gefunden wird, und eure Ältesten und Richter Maß nehmen: Jetzt liegt es an uns, wo und wann sollen wir Maß nehmen? Für das Heiligtum? Oder den Hof?"
Alles Volk stöhnte und weinte nach dem, was er gesagt hatte.

Hier haben wir einen Abschnitt mit enorm wichtigen Worten, die Jakobus, der Bruder von Jesus, gesagt hat – möglicherweise nur Minuten nachdem man Jesus vom Kreuz abgenommen hatte.
Sie sollten eigentlich in der Bibel stehen, aber dort findet man sie nicht.

Der erste Teil dieses rabbinischen jüdischen Textes ist eine Beschreibung des Wettlaufes zwischen Jesus und Jakobus um die Darstellung als priesterlicher Messias, obwohl beide sich darin einig waren, dass Jesus der königliche Messias war. Diese stilisierte Erzählung berichtet, dass Jesus fast sein Ziel, beide Säulen zu sein, erreicht hatte, als er sich opferte. Sein Bruder, Rabbi Zedeq (wortwörtlich der Lehrer der Rechtschaffenheit), war offenbar durch diesen Verlust tief getroffen, und er spricht voller Leidenschaft und Zorn zu den Mitgliedern der Gemeinschaft von Qumran, während er in der Eingangshalle Salomos steht, die sich vor dem Hof der Nichtjuden befindet. Jakobus bezog sich auf eine bekannte alte Anweisung im Deuteronomium (21:1-9), in der es um die Schuld bei einem Mord geht – es wird festgelegt, welche Stadt der Leiche am nächsten ist. Als er die Juden der Gemeinschaft fragt, ob sie "für das Heiligtum oder den Hof" Maß nehmen, meinte er einfach, dass sie, die angeblich so wertvollen Juden, genauso schuldig wie der Sanhedrin waren, die den Tod allein durch die Tatsache verursacht hatten, dass sie Jesus gewählt hatten.


S. 281 f.) Eine bösartige Lüge

Ein sehr wichtiger Beweis dafür, dass dieser Text wirklich die Rede des Jakobus enthält, ist die Geschichte, dass Pontius Pilatus sich die Hände wusch, um zu dokumentieren, dass er nicht die Verantwortung für den Mord übernehmen wollte, während er den Befehl zur Kreuzigung gab. Sich die Hände zu waschen, um Unschuld zu demonstrieren, war keine römische Sitte, sondern stammte aus dem essenisch-qumranischen Umfeld. Deshalb ist dieser Aspekt wohl später hinzugefügt worden und kein wahrer Ereignisbericht.
In Wirklichkeit stammt er aus exakt der gleichen Stelle des Deuteronomiums, auf die Jakobus sich bezog, und wurde als Zeichen der Unschuld nach einem Mord gedeutet – ganz bestimmt nicht vorher.
Nachdem eine Leiche gefunden worden war und man die Stadt bestimmt hatte, die am nächsten lag, mussten die Ältesten dieser Stadt eine junge Kuh nehmen, die nie das Joch getragen hatte, ihr den Kopf abschlagen und dann die Hände über ihrem Kadaver waschen und dabei sagen: "Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben nichts gesehen." Im nächsten Vers wird Gott angerufen, "unschuldig vergossenes Blut nicht deinem Volke Israel" zuzurechnen, und dann ist man der Blutschuld ledig.
Diese Regelung im Alten Testament, sich von einem Mord rein zu waschen, war den Autoren der synoptischen Evangelien sicher bekannt, denn Matthäus z.B. legt Pontius Pilatus in 27:24-25 folgende Worte in den Mund:

"Als aber Pilatus sah, dass es nichts nützte, sondern dass vielmehr ein heftiger Tumult entstand, nahm er Wasser, wusch sich vor dem Volk die Hände und sagte:
Seht, ich bin unschuldig am Blute dieses Gerechten.
Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder."

Wenn wir die Stelle aus dem Deuteronomium mit Matthäus vergleichen, ist die Parallele kristallklar:

"Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben nichts gesehen.
(5. Mose 21:7b)
Rechne unschuldig vergossenes Blut nicht deinem Volke Israel zu!" (5. Mose 21:8a)

In der alttestamentlichen Stelle heißt es, dass jemand, der einen Mord nicht getan oder gesehen hat, seine Unschuld beweist. Hier sagt Pilatus, dass er nicht an der Tat mitschuldig ist, und es sind die Juden, die es sehen.
Wer immer auch diese Version geschrieben hat, kannte die Worte des Jakobs nach der Kreuzigung, und die Schreiber bauten darauf eine Mitschuld der versammelten Menge auf. Jakobus konnte nicht wissen, dass seine Worte bald von Nichtjuden verdreht werden und der jüdischen Nation bis in alle Ewigkeit das Schandmal des "Gottesmordes" aufdrücken würden. Der Ruf der Menge "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" ist eine bösartige Lüge, die verantwortlich ist für 2000 Jahre Antisemitismus!

March 17, 2011

Politikmagier die das kulturell Heilige verkörpern



The Hiram Key pt 13

pt 1 Brüderliche Liebe durch mystische Genossenschaft
pt 2 Leere Ka[rdi]näle ohne Wasser, zynische Betrüger
pt 3 Römisches Regime: Schmelztiegel der Ideologien
pt 4 Jesus 325 nach Christus in Nicäa zum Gott gewählt
pt 5 Das Puzzle um Abraham und die Schäfer-Könige
pt 6 Mächtige Mysterien, die Geheimhaltung erfordern
pt 7 Symbiotische Inkulturation des Zynismus am Nil
pt 8 Lieber sterben als das heilige Vertrauen verraten
pt 9 Magier, die Steine zum Reden bringen konnten
pt 10 Macht der Loge als Basis für stabile Entwicklung
pt 11 Schwammige Gottheiten für jeden Geschmack
pt 12 Qumraner-Mönche Vorbild römischer Ordensritter
pt 14 Verantwortlich für 2000 Jahre Antisemitismus
pt 15 Wie Paul das Christentums erfand
pt 16 Jahbulon in Ordo-Templi-Orientis-Ritualen
pt 17 Inquisitorischer, mörderischer Kreuzigungskult
pt 18 Freimaurer als Erben der echten Lehren Jesu
pt 19 Freimaurer-Netzwerk mit 100.000 Terrorzellen


S. 243) Verschlusssache Voraussage

Aus den Schriftrollen erfuhren wir, dass es ein paar geheime Bücher gab, die Informationen über zukünftige Ereignisse und Hinweise auf bestimmte Rituale enthielten, die Gott enthüllt hatte und die normalerweise nur einigen Auserwählten mündlich weitergegeben wurden, aber jetzt verschlüsselt niedergeschrieben worden waren.
Diese Geheimnisse standen unter strengem Verschluss, und es wird behauptet, dass sie lange Zeit geheim von Generation zu Generation weitergegeben wurden, um bis zur "Endzeit" treu bewahrt zu werden.
Pater J.T. Milik, der anfangs die Arbeiten an dem Material aus Qumran leitete, fand heraus, dass bestimmte geheime Schriftrollen kryptische Hinweise nutzten, wie z.B. zwei unterschiedliche Alphabete mit willkürlich gewählten Zeichen, die die normalen hebräischen Buchstaben ersetzten, oder eine andere, in der die Schrift von links nach rechts und nicht wie üblich von rechts nach links verlief.
Alles, was wir über die Gemeinschaft von Qumran herausfanden, festigte unsere Überzeugung, dass die Qumraner die geistigen Erben der ägyptischen Könige und die Vorläufer der Tempelritter und Freimaurer waren. Ein wichtiger Beweis kam dank eines anderen Forschers bei der allerersten Auswertung der Schriftrollen vom Toten Meer ans Tageslicht. Dr. Hugh Schonfield entdeckte in vielen der Schriftrollen einen hebräischen Code, den er den "Atbasch-Code" nannte und der dazu benutzt wurde, die Namen von Personen zu verschlüsseln. Das beschrieb er in seinem Buch "The Essene Odyssey".
Kurz vor seinem Tod im Jahr 1988 machte Schonfield noch eine weitere verblüffende Entdeckung.
Er fand heraus, dass Schlüsselworte, die sowohl bei den Templern als auch bei den Freimaurern benutzt werden, Atbasch-Code sind, die eine geheime Bedeutung haben, wenn man sie entziffert.
Zum Beispiel standen die Tempelritter in dem Ruf, etwas mit dem komischen Namen Baphomet anzubeten.
Man verstand die Bedeutung nicht, bis man es auf Hebräisch schrieb und den Atbasch-Code anwandte. Heraus kam das Wort Sophia – das griechische Wort für Weisheit.



S. 246) Der einzige logische Schluss, den wir aus diesen Beweisen ziehen konnten, ist der, dass der Leiter der Gemeinschaft von Qumran als geistiger Erbe des Baumeisters des salomonischen Tempels angesehen wurde – des Mannes, den die Freimaurer von heute unter dem Namen Hiram Abif kennen.


S. 247) Jakob, Bruder von Jesus, Erster unter den Qumraner-Mönchen

Im Laufe der Jahre war das Herzstück der Diskussion um Qumran die Identität derjenigen Person, die "Lehrer der Rechtschaffenheit" genannt wurde, aber durch die Informationen, die heute verfügbar sind, glauben inzwischen viele Fachleute, dass es nicht nur eine, sondern zwei Personen gegeben haben muss, die diesen Titel trugen – der erste bei der Gründung der Gemeinschaft und der andere in der "Endzeit".
Das stellte auch William Sanford La Sor in seinem Buch "The Dead Sea Scrolls and the New Testament" fest. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Gemeinschaft von Qumran nicht ewig gleich blieb, sondern eine blühende, sich entwickelnde Gruppe war, die sich ständig ändern musste, um den Druck auszuhalten, der auf sie ausgeübt wurde. Deshalb beziehen sich die älteren Schriftrollen auf den ersten Lehrer der Rechtschaffenheit, und die jüngeren sprechen über einen späteren geistigen Führer, der sich als "Jakobus der Gerechte" identifizieren lässt.
Die Professoren Robert Eisenman und Michael Wise haben den Schluss gezogen, dass dieser Anführer der Qumraner Jakobus war, der Bruder Jesu und der Leiter der Jerusalemer Urgemeinde.
Daraus folgt, dass die Jerusalemer Urgemeinde die Gemeinschaft von Qumran war.


S. 248 ff.) Priesterliche Gewalt als rechte "rechtschaffende" Machtsäule

Diese geistigen Säulen waren natürlich die "Nachfahren" der Säulen des vereinigten Ober- und Unterägypten, die über die legendären Säulen Boas und Jachin, die das Osttor von Salomos Tempel geschmückt hatten, in die Gemeinschaft gekommen waren. Für diese frommen, ins Abseits gedrängten Juden verkörperten diese Säulen die Königsmacht des "Mischpat" und die priesterliche Gewalt des "Zedeq", und wenn man sie verband, trugen sie den großen Bogen des Himmels, den Schlüssel zu der dritten großen Sehnsucht der Hebräer – dem "Schalom", dem Frieden. [...] Jachin war der erste Hohepriester des Tempels, und daher ist es keine Überraschung, wenn man erfährt, dass dies die priesterliche Säule ist, die für die Qumraner die Verkörperung des Heiligen im grundlegenden Konzept des Zedeq war. Dieses Wort stand für das Prinzip, welches der göttlichen Ordnung zugrunde lag, und wird gewöhnlich mit "Rechtschaffenheit" übersetzt, obwohl die Meinung geäußert wurde, dass eine bessere Übersetzung wohl "Richtigkeit" oder "allzeit Gutes tun" sei. Wiewohl anders ausgedrückt, ist dieses Konzept genau das gleiche wie das altägyptische Ma'at! Aus unserer Quellenforschung wussten wir, dass Zedeq für die Kanaaniter ein Begriff war, der mit dem Sonnengott assoziiert war. Der kanaanitische Sonnengott wurde als großer Richter angesehen, der über die Welt wachte, Fehler richtete und Licht auf das Dunkel verborgener Verbrechen warf. [...]
Alle Tugenden Jahwes [...] waren ein Teil des Zedeq. Wie Norman Cohen es in seinem Buch "Cosmos, Chaos and the World to Come" formulierte, wurde dieses Wort weiterhin mit Sonnenlicht assoziiert und so zum Gegenteil der Dunkelheit und des Chaos.


Moralbetonte Herrschaftsform als Grundbedingung für Schalom


Wenn diese beiden geistigen Säulen an ihrem Platz sind, der Lehrer der Rechtschaffenheit (Zedeq) zur Linken Gottes ist und der irdische davidische König (Mischpat) zu seiner Rechten, dann wird der Bogen von Jahwes Herrschaft sich darüber wölben, und der Schlüsselstein des Schalom wird beides miteinander verbinden. Dieser jüdische Begriff ist vielleicht das berühmteste hebräische Wort überhaupt und wird auf der ganzen Welt als Friedensgruß verstanden. Aber man braucht nicht erst zu betonen, dass er für die Juden der Bibel eine viel komplexere Bedeutung hatte. Schalom, das heute allgemein in der Bedeutung "Frieden" benutzt wird, bedeutete für die Qumraner viel mehr. Es schloss Glück, Wohlstand, Gewinn von Kriegen und allgemeines Wohlbefinden ein. Aber Schalom gab es nicht umsonst. Es musste durch die Etablierung von Jahwes Herrschaft gewonnen werden, was bedeutete, dass man eine moralbetonte Herrschaft einsetzte, die sowohl durch die priesterliche wie auch durch die königliche Säule gestützt wurde.


S. 250 f.) Qumran enclave focal point for royal mythology

Je mehr wir über das qumranische Säulen-Paradigma erfuhren, desto sicherer waren wir uns, dass ihre Zeremonien die Freimaurer-Rituale von heute waren. [...]
Der Name "Qumran" galt als modernes arabisches Wort für den Ort, an dem das Kloster der Essener war, und es wurde ihm keine weitere Bedeutung zugeschrieben. Doch wir fanden später heraus, dass das nicht stimmte.
Wir hatten nämlich das Glück, über ein Buch des verstorbenen John Allegro zu stolpern, in dem eine vollständige Übersetzung der Kupferrolle zu finden ist (John Allegro: "The Treasure of the Copper Scroll").
Allegro war Semitist und konnte die Bedeutung des Wortes Qumran klar zurückverfolgen. Er beschreibt dessen Wurzeln und stellt fest, dass man es zu der Zeit Jesu und Jakobus' "Qimrôn" genannt hat.
Was Allegro entdeckte, bedeutete ihm selbst nichts, und er erwähnt es in seinem Buch nur als interessanten Hinweis, aber für uns war dies von explosivem Interesse!
Die Wurzel des Wortes Qumran wird mit Nische, Bogen, Eingang oder dergleichen übersetzt.
Die Qumraner bezeichneten sich also als "Torbogen", oder, präziser ausgedrückt, sie waren das Volk der Säulen, die durch einen Bogen miteinander verbunden sind! Der Eingang wurde durch die Säulen des Zedeq und des Mischpat geschaffen, verbunden durch den heiligen Bogen des Schalom.
Hier war ein ungewöhnlich schlagender Beweis für unsere These, die die Gemeinschaft von Jesus und Jakobus mit der modernen Freimaurerei verbindet. Die Gemeinsamkeiten gingen weiter, als wir je erwartet hatten.


Machtprinzip atlantischer Zivilisation: "Magic dominates the world"


Die Freimaurer behaupten, "Jachin" würde "etwas begründen" bedeuten.
Es war die Aufgabe des priesterlichen oder "zedeq" Messias, die Rechtschaffenheit im Land Israel zu begründen, damit der Tempel wieder aufgebaut werden konnte. Die linke Säule, Boas, bedeutet nach Meinung der Freimaurer Stärke. Das ist die Säule des königlichen oder "mischpat" Messias, der für die Stärke des Königreiches bei der Verteidigung gegen Eindringlinge, in der Rechtsprechung und in Regierungsfragen verantwortlich sein würde. Und die Freimaurer sagen, dass "Stabilität" das Ergebnis ist, wenn beide Säulen miteinander verbunden werden. Für das Konzept des "Schalom" könnte es keine bessere Übersetzung in einem Wort geben.
Die Summe von allem ist, dass die modernen Freimaurer die beiden Säulen von König Salomos Tempel in der gleichen Bedeutung nutzen, wie es die Gemeinschaft von Qumran und Jesus, der Christus, taten.
In den Höhlen von Qumran wurden Fragmente eines Testamentes an Levi gefunden, die wahrscheinlich älter sind als die Version in der Bibel. In diesem Dokument gibt es Hinweise auf den Messias, was darauf hinzudeuten scheint, dass die Schrift aus Kreisen stammt, die eher einen levitischen (das heißt priesterlichen) Messias als einen davidischen (königlichen) Messias erwarteten. Wie in "Peake's Commentary on the Bible" zu lesen, lässt die Übersetzung eher den Schluss zu, dass die Autoren einen priesterlichen Anführer neben einem weltlichen erwarteten, wobei der weltliche dem priesterlichen untergeordnet sein würde.


S. 253) Vorpriesterliche Grundausbildung im Camp von Qumran

Jesus muss eine zentrale Gewalt innerhalb der Gemeinschaft von Qumran gewesen sein, und da er aus dem Geschlecht Davids stammte und wohl auch ein begabter Schüler war, ist es nur wahrscheinlich, dass die so genannte Taufe durch Johannes Jesu erste Initiation in die Gemeinschaft von Qumran darstellte. Die Beschreibung der Taube, die auf Jesus nieder schwebte, war die klassische hebräische Art auszudrücken, dass jemand Weisheit erlangte. Es ist sogar noch interessanter, wenn man sich anschaut, was mit Jesus nach seiner Taufe passierte.
Nach dem Neuen Testament ging er in die Wüste, wo er vierzig Tage und Nächte fastete. Nirgendwo steht, dass er nach diesem Fasten die Wüste verließ, doch die King-James-Bibel sagt uns, dass er dort drei Jahre blieb, und zwar von 27 bis 31 n.Chr. – hier muss man anfügen, dass der Begriff "die Wüste" sich durch die gesamten Schriftrollen vom Toten Meer zieht – als Synonym für die Gemeinschaft von Qumran.


S. 254) Jesus, der Christus, der königliche Messias

Alle Informationen, die uns zur Verfügung stehen, lassen nur einen Schluss zu: Jesus und sein jüngerer Bruder Jakobus müssen Meisterschüler und hoch qualifizierte Qumraner gewesen sein. Als begabten Lehrer aus dem Geschlecht Davids fragte Johannes der Täufer Jesus, ob er der sei, "der da kommen wird," nämlich der königliche Messias, der sein Gegenstück bilden würde. Jesus beantwortete die Frage in klassischer Pescher-Manier: "Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt, und Armen wird die Frohe Botschaft gebracht." (Mt. 11:5) Er meinte damit keinesfalls, dass er all das getan hätte, sondern er bezog sich auf die Wunder, die Jesaja für die Zeit von Israels Wiedererstehen prophezeit hatte. Es war die Bestätigung, dass Jesus mit Johannes darin einig war, dass die "Endzeit" bevorstand und er der Mann war, der dabei helfen konnte, "den Weg zu bereiten."


S. 259 f.) An der Quelle der Dreifaltigkeit (der Macht)

Das ließ in uns die Vermutung reifen, dass Jakobus der Gerechte seinem Bruder gesagt haben musste, dass man ihn nicht als heilig genug erachtete, beide Säulen zu verkörpern. Aber Jesus ignorierte das und verkündete, er sei die Inkarnation der beiden irdischen Säulen, die durch Gott miteinander verbunden seien. Während sich die Idee dieser drei Punkte der Macht in uns etwas setzte, kamen wir nicht umhin uns zu fragen, ob das wohl die Quelle der Heiligen Dreifaltigkeit war: Gott, der Vater, Gott, der Sohn und Gott, der Heilige Geist.
Für uns war die seltsame Sache mit dem Heiligen Geist sowieso immer schwer verständlich gewesen, denn es scheint überhaupt keinen Sinn zu machen. Keiner unserer christlichen Freunde konnte bis jetzt erklären, was mit dieser seltsamen Bezeichnung eigentlich gemeint ist.
Wenn die frühe römisch-katholische Kirche die Bedeutung der göttlichen Dreifaltigkeit von der Jerusalemer Urgemeinde aufgeschnappt hat, dann scheint es möglich zu sein, dass hier ein Übersetzungsfehler vorliegt.
Wenn Jesus, der Christus, behauptete, beide irdischen Säulen des Dreiecks zu bilden, können wir wohl erkennen, wo das Bild durcheinander gebracht worden ist.


Generalfeldmarschall Jesus


[...] G.W. Buchanan hat in "Jesus – The King and His Kingdom" bemerkt, dass Jesus ein Soldat war und dass es einem objektiven Historiker unmöglich sei, alle militärischen Anspielungen der Lehre von und über Jesus nicht zu bemerken. Jesu Rolle war es, den Krieg zu führen und der neue König zu werden. Professor Eisenman hat in einer Sendung der BBC am 22. März 1993 über die Schriftrollen vom Toten Meer gesagt:

"Die Sache, über die wir aus unserer neuen Sicht der Schriftrollen vom Toten Meer sprechen, ist eine messianische Bewegung, die viel aggressiver, viel apokalyptischer, viel militanter und viel weltlicher orientiert ist – eine Art von Gottesheer in Feldlagern am Toten Meer – oder in der Wüste – eine Gruppe, die sich auf einen letzten apokalyptischen Krieg gegen alles Böse auf Erden vorbereitet."


S. 261) Wasser in Wein heißt Unwissende in Eingeweihte zu verwandeln

Das Neue Testament weist darauf hin, dass Jesus eine Elitetruppe besaß, die bestimmte Geheimnisse kannte. Schon ziemlich zu Beginn von Jesu "Herrschaft" scheint es einen inneren Kreis gegeben zu haben, der aus seiner engsten Gefolgschaft bestand und mit dem er besondere Geheimnisse teilte.
Einige Fachleute (darunter auch Morton Smith in "The Secret Gospel") haben hier drei Gruppen gefunden – die erste Mannschaft, eine Gruppe von weniger engen Anhängern, zu der auch Familienangehörige und betuchte Bekannte gehörten, denen das Geheimnis nicht mitgeteilt worden war, und die Außenseiter, das heißt die uninteressierten oder feindselig eingestellten Menschen der Umgebung.
[...] Die Phrase "Wasser in Wein verwandeln" ist der dt. Redewendung "aus Dreck Gold machen" gleichzusetzen. Es bezog sich darauf, dass Jesus die Taufe benutzte, um gewöhnliche Menschen in solche zu verwandeln, die imstande waren, das "Himmelreich" in Vorbereitung auf die "Endzeit" zu betreten. In der Sprache von Qumran waren die Unerleuchteten das "Wasser" und die Ausgebildeten und Erleuchteten der "Wein". [...] Der Gedanke, dass Jesus herumreiste und ein paar auserwählte Menschen vom Tod auferstehen ließ – und das in einem Land, in dem täglich Hunderte starben – ist eine allzu wörtliche Umsetzung von etwas, was weit irdischer war.

Qumraner-Mönche Vorbild römischer Ordensritter



The Hiram Key pt 12

pt 1 Brüderliche Liebe durch mystische Genossenschaft
pt 2 Leere Ka[rdi]näle ohne Wasser, zynische Betrüger
pt 3 Römisches Regime: Schmelztiegel der Ideologien
pt 4 Jesus 325 nach Christus in Nicäa zum Gott gewählt
pt 5 Das Puzzle um Abraham und die Schäfer-Könige
pt 6 Mächtige Mysterien, die Geheimhaltung erfordern
pt 7 Symbiotische Inkulturation des Zynismus am Nil
pt 8 Lieber sterben als das heilige Vertrauen verraten
pt 9 Magier, die Steine zum Reden bringen konnten
pt 10 Macht der Loge als Basis für stabile Entwicklung
pt 11 Schwammige Gottheiten für jeden Geschmack
pt 13 Politikmagier die das kulturell Heilige verkörpern
pt 14 Verantwortlich für 2000 Jahre Antisemitismus
pt 15 Wie Paul das Christentums erfand
pt 16 Jahbulon in Ordo-Templi-Orientis-Ritualen
pt 17 Inquisitorischer, mörderischer Kreuzigungskult
pt 18 Freimaurer als Erben der echten Lehren Jesu
pt 19 Freimaurer-Netzwerk mit 100.000 Terrorzellen


S. 230) Das akademisch-theologische Äquivalent zu flüssigem Nitroglyzerin

Schon seit langem ist spekuliert worden, dass die Jerusalemer Essener eine Art Vorläufer der Christen waren und dass Jesus, der Christus, vielleicht zu ihnen zählte, aber die Beweise dafür standen immer auf schwankendem Boden. Doch das änderte sich schnell, als man in der alten Ansiedlung Qumran Schriftrollen entdeckte.
Bald darauf fanden in fünf Etappen von 1951 bis 1956 dort ausgedehnte Ausgrabungen des jordanischen Ministeriums für Altertümer statt, der École biblique et archéologique française de Jérusalem und des Archäologischen Museums von Palästina unter der Leitung von G.L. Harding und Pater Roger de Vaux.
Was sie fanden, war das akademisch-theologische Äquivalent zu flüssigem Nitroglyzerin – das ganze Christentum konnte in die Luft gehen, wenn man die Sache nicht mit äußerster Vorsicht behandelte. Doch man konnte diese explosive Sache nicht unter Verschluss halten, so sehr es die christliche Kirche auch versuchte.

Diejenigen, die für die Erforschung verantwortlich waren, waren keine unabhängigen Gelehrten, sie mussten einen Glauben schützen und eine Hierarchie erhalten. Andere Gelehrte, die mit den Schriftrollen zu tun hatten, erkannten Beweise, die offenbar die Sicht von Christus und dem Neuen Testament völlig verändern konnten, aber sie wurden wirkungsvoll zum Schweigen gebracht oder diskreditiert. Beschuldigungen von Skandal, Geheimnistuerei und absichtlicher Verdrehung der Wahrheit wurden mit Leugnen und Gegenanklagen über "wilde Fantasien" und "Sensationsgier" beantwortet. Es ist eine Tatsache, dass mehr als vierzig Jahre nach ihrer Entdeckung über die Hälfte der 800 gefundenen Schriftrollen noch nicht veröffentlicht worden waren. Die Wissenschaftler waren sehr aufgebracht über diese unbotmäßige Geheimnistuerei mit etwas, das der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte, und nach massiven Protesten, bei denen die Huntington Library von San Marino, Kalifornien, eine führende Rolle spielte, erlaubten die israelischen Behörden im Oktober 1991 öffentlichen Zugang zu den Rollen. Es wurden unterschiedliche Versionen biblischer Texte gefunden, und alle waren über tausend Jahre älter als die bis dahin bekannten hebräischen Texte, die von Aaron ben Moses ben Asher im Jahr 1008 nach Christus verfasst worden waren.


S. 232) Einzigartige Angriffsfläche des Kreuzigungskults

Das Christentum bietet eine einzigartige Angriffsfläche. Es gibt keine plötzlich auftauchenden Informationen, die das Judentum, den Islam oder den Buddhismus in ihren Grundfesten erschüttern könnten – ja sogar der Glaube der australischen Aborigines oder der Amazonasindianer ist nicht angreifbar, weil es sich um Religionen handelt, die aus einem tiefen spirituellen Verständnis heraus in der eigenen Kultur entstanden sind.
Der Buddhismus lebt auch ohne Gautama. Der Islam lebt ohne Mohammed. Aber ohne die Auferstehung Jesu ist das Christentum (zumindest in seiner heutigen Ausprägung) nichts. Daher ist es verständlich, dass die Kirche größte Sorgfalt walten lässt, wenn Informationen auftauchen, die diesen kurzen Augenblick aus der – relativ – jungen Vergangenheit betreffen, von dem sie glauben, dass genau da der Schöpfer des Universums beschloss, ein sterblicher Jude zu werden. Das setzt das Christentum ungeschützt dem Licht der Wahrheit aus.


Weil die Wahrheit einfach von Gott kommt


Wenn nun die ganze Grundlage des Christentums sich als dummer Fehler erweisen sollte, wird sich dann der Vatikan für alle Ungelegenheiten entschuldigen, Buße tun und seinen Reichtum und seine Macht dem obersten Rabbiner übergeben? Nein. Kein Beweis würde das bewirken, und vielleicht ist es richtig so, weil die Kirche zu groß und zu wichtig ist, um plötzlich zu verschwinden. *)
Aber es kann auch nicht richtig sein, die Wahrheit zu verbergen, weil die Wahrheit einfach von Gott kommt.
Die Kirche muss einen Weg finden, auch dann zu überleben, wenn sie falsch verstandene Ideen neu überdenkt.

*) As A Dodo on March 29, 2007: "Together Baigent and Leigh had built up one of the greatest conspiracy theories ever known, a theory that could make them millions. They were shaken by the dreadful knowledge. All they had to do was claim Jesus Christ had married Mary Magdalene and had children, that their descendants married into the ancient line of ancient French Kings, the Merovingians, and that a secret society planned one day to restore them to the French throne of France.
They knew they could do it. They wouldn't even need any evidence. People are stupid.
The plan was brilliant. The pair published a book, 'The Holy Blood and the Holy Grail'. People believed it.
But now the plan was under threat. The threat came from the sinister figure of sinister Dan Brown, who beneath his dark jacket, dark turtleneck sweater and light chinos was a secret member of the Society of Authors.
Brown saw the genius of The Holy Blood and the Holy Grail. He knew he had to act. He spent hours in dark corners of the hallowed halls of his local 'Barnes and Noble' bookstore, reading through the book. With a trembling hand he noted down the book's ideas in his leather-bound notebook. Now they were his.

Leigh and Baigent blanched white when they saw the product of Brown's work: 'The Da Vinci Code'. They ripped it furiously from the shelves, flipping rapidly through its pages with white-knuckled hands. In it they saw all their ideas. They even saw themselves, cunningly disguised in a codex of extreme cunningness, as Sir Leigh Teabing. Their plan had been exposed to the world. And now it was making millions.
Swiftly Leigh and Baigent set out quickly for revenge. They ran speedily to the murky halls of the Royal Courts of Justice. They were met by three men, their thinning hair covered by horsehair wigs, their aged bodies covered by blood red robes. One of the men stepped forward ... 'Mr Leigh, Mr Baigent,' he said, chillingly close, 'you have no case – these crazy ideas of yours are far too general to provide the basis for litigation.' Leigh and Baigent turned to each other: How could these men have known?! There was only one answer: These 'judges' must have been members of the Society of Authors too. As they looked behind the men in front of them, towards the part of the Royal Courts of Justice that was named the Bear Garden by Queen Victoria in 1882, Leigh and Baigent saw before them the sight they dreaded. On the floor lay their precious litigation, strangled to death. They fled."


S. 233) Alte Schriften – wie ungenau sie auch sein mögen – entwickeln ein Eigenleben, und letzten Endes geht es bei einer Religion ja auch gar nicht um historische Wahrheit, sondern um Glauben. Aber in der heutigen Zeit reicht blinder Glaube allein nicht mehr, und wenn eine Religion überleben will, darf sie sich neuen Informationen nicht verschließen. Ein Dogma über die Wahrheit zu stellen ist nicht der rechte Weg, Gott zu ehren.


S. 234 f.) Die Tempelritter und die King-James-Bibel der Protestanten

Die römisch-katholische Bibel berichtet ausführlich über diese Zeit voller Intrigen, Mord und unverhohlener Korruption, und sie zeichnet die Hasmonäer als jüdische Helden – aber in der King-James-Bibel erfahren wir nichts darüber. Die letzten beiden Bücher der Douay-Bibel sind das erste und zweite Buch der Makkabäer – Schriften, die in jeder protestantischen Bibelausgabe fehlen.
Warum ist das so? Die Tatsache, dass diese beiden Bücher in der King-James-Bibel fehlen, sagte uns eigentlich sehr viel. Es muss einen sehr wichtigen Grund dafür geben, dass die katholische Bibel die Geschichte des Makkabäeraufstandes und des Hohepriestertums der Hasmonäer als legitim präsentiert, während die King-James-Bibel keines dieser Bücher anerkennt. Was stimmte nicht an diesen Werken, und was konnten diejenigen, die wesentlich später die protestantische Bibel zusammenstellten, gewusst haben, dass sie diese seit langem anerkannten Schriften fallen ließen, obwohl sie doch angeblich von Gott inspiriert waren?
Die einzigen Menschen, die wussten, dass der Aufstieg der hasmonäischen Hohen Priester und Könige illegitim war, gehörten der Gemeinde von Qumran an. Dort wurden diese falschen Hohen Priester und ihr Anbiedern bei den Römern verachtet. Aber Qumran wurde im Krieg mit den Römern, der von 66-70 n.Chr. dauerte, fast ganz aufgerieben, und die Juden der Diaspora (die "Weichlinge") blieben als Einzige übrig, um die Geschichte aus ihrer Sicht zu erzählen. Doch die Qumraner mochten wohl die Schlacht verloren haben, aber sie gewannen den Krieg. Weil sie die wahre jüdische Geschichte in Schriftrollen vergruben, gelangte sie schließlich in die Hände der Schöpfer der protestantischen Bibel – dank der Ausgrabungen der Tempelritter zu Beginn des 12. Jh.s.


S. 236 f.) Die Aaroniten – the Ironmen

Die Qumraner hatten ihr Exil selbst gewählt und sahen sich in ihrer Wüsten-Einsiedelei als das Volk des Neuen Bundes mit Jahwe, als "die Erwählten von Juda" an. Ihre raue, mönchische Lebensweise wurde zum Modell für christliche Orden. Sie beschrieben sich als "die Menschen, die einen neuen Bund im Damaszenerland eingingen" – wobei sie sich hier wohl nicht auf die syrische Stadt bezogen, sondern ihren Namen für Qumran benutzten.
Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Leute von Qumran wahrscheinlich in Zelten lebten und die Höhlen in der Umgebung als Vorratslager und Unterkünfte für die Zeit der seltenen Regengüsse im Winter nutzten. Es gab Gebäude, zu denen ein Wachturm, Versammlungsräume, ein Refektorium mit Küchen und Vorratskammern, ein Skriptorium, eine Bäckerei, eine Töpferei, unterschiedliche Werkstätten und große Zisternen für zeremonielle Reinigungen gehörten. Rituelle Waschungen waren unbedingt nötig, und da es in dieser Region nur wenig regnet, waren hierfür große Mengen an Wasser erforderlich.
Die Mitglieder der Gemeinschaft waren in drei Gruppen aufgeteilt – "Israel", "Levi" und "Aaron".
Zu "Israel" gehörten die einfachen Mitglieder, die "Leviten" waren die einfachen Priester und die "Aaroniten" die höchsten und heiligsten Priester. Wie bei den Freimaurern konnte jeder Mann, der seinen festen Glauben an Gott kundtat, der Gemeinschaft beitreten – "den vielen", wie sie sich selbst nannten.
Es gibt eine Reihe von Parallelen in der Behandlung von neuen Mitgliedern. Zuerst wurde der Kandidat vor dem Rat geprüft und musste seine Rechtschaffenheit beweisen, danach fand eine Wahl statt. Nachdem er angenommen war, durfte der Kandidat ein Jahr lang in einen niedrigen Rang eintreten. Während dieser Zeit musste er sein Vermögen noch nicht der Gemeinschaft übereignen.


S. 238) Die positiven Tugenden, die in der Gemeinschaft von Qumran weitergegeben wurden, sind in den Schriftrollen klar dargelegt. Es waren Wahrheit, Rechtschaffenheit, Güte, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Demut im Zusammenspiel mit brüderlicher Liebe. Die drei Grade von Qumran sind denen der Freimaurerei so ähnlich, dass dies kein Zufall sein kann.


S. 239 f.) Makellose Maurer und sinngebende Propheten

Ehe wir vergleichen, welche Geheimnisse die beiden Orden gemeinsam haben, schauen wir uns die Dinge an, die eine Mitgliedschaft ausschließen. Hier gibt es große Ähnlichkeiten. Ein Mann durfte der Gemeinschaft von Qumran nicht beitreten, wenn er von einfacher Herkunft war, Narben hatte, an Händen oder Füßen behindert war, lahm oder blind, stumm oder taub war. Auch durfte er kein alter Mann sein, der sich kaum noch auf den Füßen halten konnte und somit in der Gemeinde nicht stehen bleiben konnte. Obwohl es nicht mehr so streng gehandhabt wird, fordert die Freimaurerei trotzdem, dass Kandidaten geistig gesund sein müssen und keinen körperlichen Makel haben dürfen. Jede körperliche Behinderung bedeutet die Verweigerung der Aufnahme.

Jedem, der heute das alte Judentum studiert, ist bewusst, dass das jüdische Denken vor mehr als 2000 Jahren völlig anders war als unseres heute, und man muss die Techniken von "Midrasch", "Pescher" und "Parabel" begreifen lernen. Der Begriff Midrasch ist in seiner Bedeutung dem Wort Exegese ähnlich und kann so definiert werden: Die Untersuchung und Interpretation der hebräischen Schriften mit dem Ziel, theologische Wahrheiten zu entdecken und Regeln herauszuarbeiten, die man befolgen muss. Dieses Konzept ist eng verwandt mit einer Technik namens Pescher, die dem Verständnis gegenwärtiger Ereignisse diente. Es kann erklärt werden als Interpretation oder Erklärung eines Verses der Schrift, in dem eine Feststellung entweder für ein Ereignis oder eine Person der Gegenwart oder für die Zukunft eine Bedeutung hat. So war Midrasch für die Priester und Propheten Israels ein fortlaufender Prozess, mit dem sie Anweisungen erarbeiteten, die das seelische Wohlbefinden des Volkes verbessern sollten – und Pescher war eine Methode, die allem, was in ihrer Umwelt passierte, Sinn verlieh.
Sie glaubten, dass Ereignisse nicht zufällig geschahen, sondern festen Mustern unterlagen, die begriffen werden konnten, wenn man die Schriften nur sorgfältig genug studierte. [...]
Der Begriff Parabel, also Gleichnis, ist den Christen wohl bekannt, denn im Neuen Testament steht, dass Jesus diese Erzählform benutzte, um den ungebildeten Menschen in Judäa seine ethischen Grundsätze nahe zu bringen.


S. 240 f.) Die Schicht griechischen Denkens

Es ist eine unumstrittene Tatsache, dass das Christentum ein jüdischer Kult war und dass die "Erstbesetzung" (Jesus, Johannes, Simon Petrus, Andreas, Judas, Thomas etc.) Menschen waren, die mit den Begriffen Midrasch, Pescher und Parabel umgehen konnten. Diejenigen, die wir vielleicht als "Zweitbesetzung" bezeichnen könnten (Paulus, Matthäus, Lukas etc.), waren ganz anders und mehr im hellenistischen Denkprozess verwurzelt, der unserem Denken heute sehr viel ähnlicher ist. Die Evangelien des Neuen Testaments wurden mit großer Sicherheit erst nach der Zerstörung Jerusalems und Qumrans und nach dem Tod der "Erstbesetzung" geschrieben. Diese Schriften wurden zum Wohl einer Leserschaft verfasst, die in griechischem Sinne dachte und die Lehren als die ihres Christus annahm und eine Lebensgeschichte für Christus darum herumwob – ohne den Bericht eines Augenzeugen hinzunehmen. Um im Neuen Testament die Tatsachen von der Fiktion zu trennen, müssen wir die Schicht des griechischen Denkens entfernen und tiefer gehen, damit wir uns darunter die radikal jüdischen und protochristlichen Gedanken näher anschauen können.
Es gibt grundlegende Ähnlichkeiten zwischen dem, was die Gemeinschaft von Qumran über sich sagte, und dem, was die frühe christliche Kirche verlauten ließ. [...] Beide Gruppen bezeichnen sich als die Armen, die Kinder des Lichts, Erwählte Gottes, die Gemeinschaft des Neuen Testaments oder des Neuen Bundes. [...] Die Parallele zwischen diesen Texten wurde zum ersten Mal 1956 bemerkt, als langsam klar wurde, dass eine ganz besondere Beziehung zwischen den Qumranern und der Urgemeinde in Jerusalem bestand.
Was nie kommentiert wurde, war die Beziehung dieser Worte zu einer anderen Organisation – der Freimaurerei.

Schwammige Gottheiten für jeden Geschmack



The Hiram Key pt 11

pt 1 Brüderliche Liebe durch mystische Genossenschaft
pt 2 Leere Ka[rdi]näle ohne Wasser, zynische Betrüger
pt 3 Römisches Regime: Schmelztiegel der Ideologien
pt 4 Jesus 325 nach Christus in Nicäa zum Gott gewählt
pt 5 Das Puzzle um Abraham und die Schäfer-Könige
pt 6 Mächtige Mysterien, die Geheimhaltung erfordern
pt 7 Symbiotische Inkulturation des Zynismus am Nil
pt 8 Lieber sterben als das heilige Vertrauen verraten
pt 9 Magier, die Steine zum Reden bringen konnten
pt 10 Macht der Loge als Basis für stabile Entwicklung
pt 12 Qumraner-Mönche Vorbild römischer Ordensritter
pt 13 Politikmagier die das kulturell Heilige verkörpern
pt 14 Verantwortlich für 2000 Jahre Antisemitismus
pt 15 Wie Paul das Christentums erfand
pt 16 Jahbulon in Ordo-Templi-Orientis-Ritualen
pt 17 Inquisitorischer, mörderischer Kreuzigungskult
pt 18 Freimaurer als Erben der echten Lehren Jesu
pt 19 Freimaurer-Netzwerk mit 100.000 Terrorzellen


S. 199 f.) Verrückter Ezechiel

Eine der seltsamsten und zugleich wichtigsten Gestalten bei unserer Rekonstruktion der Babylonischen Gefangenschaft war der Prophet Ezechiel. Sein düsterer, vor Wiederholungen strotzender und oft schwer zu lesender Schreibstil hat viele Experten zu dem Schluss kommen lassen, dass dieser Mensch ziemlich verrückt gewesen sein muss. Ob dieser Mann nun wirklich gelebt hat oder nicht, oder ob er nun geistig gesund oder völlig schizophren war, ist wirklich egal, denn die Schriften, die ihm zugeschrieben werden, enthalten die Theologie von Qumran, der Leute, die die Jerusalemer Urgemeinde bildeten (Quelle: "Jesus und die Urchristen" 1992 von Eisenman & Wise). Ezechiel war der Baumeister des imaginären Tempels des Jahwe, und wir behaupten einfach, dass dieser Tempel der Wichtigste von allen war!
Viele Fachleute haben im 20. Jh. die Behauptung aufgestellt, dass dieses Buch das Werk mehrerer Autoren von etwa 230 v.Chr. an war – also viel späteren Datums. Das würde es in die Nähe der ältesten Schriftrollen von Qumran rücken, die insgesamt die Zeitspanne von 187 v.Chr. bis 70 n.Chr. abdecken.
Wenn das wirklich stimmt, würde das nicht viel ändern, sondern nur die bereits vorhandene Nähe zu den Schriften der Gemeinde von Qumran bestätigen. Deshalb haben wir einfach aus Bequemlichkeit angenommen, dass das Buch Ezechiel wirklich während der Babylonischen Gefangenschaft von einem Mann geschrieben wurde.
Der Fall Jerusalems und die Zerstörung des Tempels waren von großer Bedeutung für Ezechiel, der Priester im Tempel war und zur geistigen Elite gehörte, die 597 v.Chr. deportiert wurde.
Die seltsamen Visionen, die er während der Gefangenschaft hatte, kreisten um diese Ereignisse. Seine Frau starb am Abend der Zerstörung des Tempels, was für den Propheten ein Omen von großem Gewicht war.
Trotzdem überraschte die Katastrophe Ezechiel überhaupt nicht, denn er sah es als Jahwes Strafe für Israels sündiges und unwürdiges Verhalten in seiner Geschichte an – bis zurück zu seinen heidnischen Ursprüngen und dem Anbeten ägyptischer Götzen.


S. 202 f.) Baut zuerst den Tempel in euren Herzen

Die ehemaligen Führer von Juda waren in das Haus Ezechiels in Nippur gekommen, um sich von dem heiligen Mann Rat zu holen, und er gab ihn ihnen. Als wir das Buch Ezechiel immer wieder lasen, konnten wir kaum fassen, wie bedeutend dieses seltsame prophetische Buch ist. Wir wurden noch aufgeregter, als klar wurde, dass wir ein wichtiges Glied in unserer Beweiskette gefunden hatten, das Seqenenre mit der Gemeinde von Qumran verband. Die Botschaft, die der Prophet den exilierten Ältesten bezüglich ihrer geheimen Zeremonie, die durch das Geschlecht Davids an sie übermittelt worden war, mitteilte, lautete ungefähr so:

Ich sage euch, dass wir unser Königreich wegen der Menschen verloren haben, die nicht mehr an Jahwe glaubten und andere Götter anbeteten. Und ihr wart die größten Sünder, weil ihr eure "geheimen Zeremonien" durchgeführt habt, die aus dem heidnischen Ägypten stammen und auf dem Sonnenkult basieren, in dem der Gott unserer Väter keine Rolle spielt.
Ihr seid die größten Sünder von allen, und Jahwe hat euch zu Recht bestraft.

Wir konnten uns lebhaft vorstellen, was diese an Leib und Seele gebrochenen Männer geantwortet haben:

"Aber es sind doch die Geheimnisse, die dem Haus Davids von Moses selbst gegeben wurden!"
"Und deswegen habt ihr kein Königshaus mehr, denkt daran, dass Jahwe der himmlische König ist," erwiderte Ezechiel darauf.
"Was sollen wir tun, Prophet? Sag uns, wie wir das wiederbekommen, was wir verloren haben."
"Zuerst müsst ihr den Tempel in euren Herzen wieder aufbauen, der Tempel aus Stein wird dann folgen. Befolgt die Gebote und betet nur zu Jahwe.
Ihr dürft eure Geheimnisse behalten, aber verwerft diese ägyptische Geschichte und wendet die großen Wahrheiten, die darin enthalten sind, dazu an, den Tempel wieder aufzubauen.
Wisst um eure Geheimnisse – aber denkt zuerst an euren Gott."

Wir können uns keine einfachere oder klarere Erklärung dieser wichtigen Vision Ezechiels denken. Wir glauben, dass zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte des jüdischen Volkes aus Seqenenre Hiram wurde – alles nur, weil Ezechiel so viele ägyptische Spuren wie möglich aus dem Ritual tilgte. Im Buch Ezechiel wird weiter berichtet, wie ihm befohlen wurde, zwei Stäbe zu nehmen, auf sie "Juda" und "Joseph" zu schreiben, sie zusammenzufügen und so symbolisch die beiden Königreiche zu vereinigen.
Ein König wird sie regieren, und Jahwe wird sie vom Götzendienst abhalten, von allen Unreinheiten reinigen und einen neuen Bund mit ihnen schließen. Unter der Herrschaft seines Dieners David werden sie in Gehorsam und Treue leben und das Land ihrer Väter bewohnen.


S. 205 f.) Der Samen von Babylon

Am 12. Oktober 539 v.Chr. nahm ein General des persischen Großkönigs Cyrus mit Namen Ugbaru ohne Blutvergießen die Stadt Babylon ein. Siebzehn Tage später fuhr Cyrus in seinem Streitwagen durch das Tor der Ischtar, gefolgt von einer Armee aus Persern und Medern. Der König gestattete den Juden nicht nur die Rückkehr nach Jerusalem, sondern er gab ihnen auch die Schätze zurück, die Nebukadnezar aus dem Tempel geraubt hatte. Die Juden bekamen also ihre Stadt zurück, aber Juda war jetzt eine Provinz des Persischen, nicht mehr des Babylonischen Reiches.
Menschen, die Jerusalem als Kinder verlassen hatten, kehrten jetzt als alte Männer und Frauen dorthin zurück. Die Erinnerungen an ihren Geburtsort müssen bestenfalls verschwommen gewesen sein, und der Anblick der dürftig wieder aufgebauten Stadt muss nach einem Lebensalter in Babylon ein Schock gewesen sein. Und auch die Menschen, die in Jerusalem geblieben waren, müssen schockiert gewesen sein. Tausende von Fremden kamen aus dem Osten und verlangten nicht nur Essen und Obdach, sondern wollten auch alte Besitztümer ihrer Familien wiederhaben. Das muss, gelinde gesagt, recht problematisch gewesen sein.
Sie brachten die Ideen mit, die in der Gefangenschaft genährt worden waren, und bald begannen diese neuen, gebildeten Verwandten damit, einen neuen, starken Bund mit Jahwe zu schmieden.
Der Tempel wurde noch vor Ende des 6. Jh.s von Serubbabel, dem Enkel des letzten Königs und dem Erben des Thrones Davids, wieder aufgebaut. Die Auswirkungen der Gefangenschaft auf die Juden sind sehr gut an dem Namen ihres neuen Anführers zu erkennen, denn Serubbabel heißt nichts anderes als "Samen von Babylon". Während ein Stein auf den anderen gelegt wurde, wurden auch strengere Regeln für die "Heiligkeit" aufgestellt.


S. 207 f.) Griechische Frömmigkeit mit klarerer Rollenverteilung

Die Juden mit ihrem neuen Nationalbewusstsein waren ihren babylonischen Herren dank des Eingreifens der Perser entkommen, deren Reich sie jetzt einverleibt wurden. Der Einfluss dieser beiden Großmächte ist in den Schriften des Alten Testaments deutlich zu erkennen, aber gegen Mitte des 4. Jh.s v.Chr. entwickelte sich eine radikal neue Kultur, die auf die zukünftige Entwicklung des Judentums weit mehr Einfluss haben und, mehr noch, mit den introvertierten, durchgeistigten Ansichten der Juden förmlich kollidieren sollte. Diese radikalen Denker waren die Griechen. Die Griechen hatten ihre eigenen Götter, aber anders als die Juden, die ihren Gott eifersüchtig hüteten, waren sie kosmopolitisch eingestellt und sehr interessiert an den Göttern anderer Völker. Die Juden hatten eine Theologie aus Glaubenssätzen aus Sumer, Ägypten, Babylon und wer weiß was noch alles entwickelt, aber jetzt wollten sie nur ein sicheres Fundament und die Konzentration auf ihren Gott – Jahwe. Die Griechen waren zwar genauso abergläubisch, was die Rolle anderweltlicher Einflüsse anging, aber sie waren neuen Ideen gegenüber völlig offen. Sie hatten eine klarere Trennung zwischen der Rolle der Götter und dem Recht des Menschen kreativ zu denken geschaffen: sie glaubten daran, dass ihr Schicksal von Wissenschaft, Politik sowie finanzieller und militärischer Macht abhängig war.

Während in Jerusalem die gesellschaftliche Ordnung um die Priesterschaft und die ständige Beschwichtigung eines schwierigen Gottes kreiste, brachten die griechischen Denker eine neue Klasse von Philosophen, Naturwissenschaftlern und Dichtern hervor.
Die Welt erfuhr von dieser neuen Großmacht durch die Feldzüge eines der größten Feldherren, den die Welt gesehen hat – Alexander der Große, König von Makedonien.
Alexander befehligte eine Armee, die Ägypten und das gesamte Persische Reich eroberte und über Afghanistan bis nach Indien marschierte. Als er 323 v.Chr. in Babylon an einem Fieber starb, war er erst 33 Jahre alt.
Das Imperium, das dieser bemerkenswerte junge König geschaffen hatte, brach einem neuen internationalen Leben Bahn, in dem Wissen ebenso wie Güter auf der ganzen bekannten Welt ausgetauscht wurden – von der Stadt Alexandria in Ägypten bis zum Tal des Indus. Griechisch wurde zur Standardsprache für Handel, Diplomatie und Studium. Die hellenistische Lebensart und die griechische Denkweise wurden zum Nonplusultra der Intellektuellen – wenn man nicht Griechisch lesen und schreiben konnte, wurde man als ungebildet angesehen und stand außerhalb der neuen internationalen Elite.

Die marode ägyptische Gesellschaft reagierte auf die Ankunft der Griechen, indem sie den 24 Jahre alten Alexander zum Sohn Gottes und wiedergeborenen Pharao erklärte. [...] Alexander hielt sich zwar nur kurz in Ägypten auf, aber der Eindruck, den er hinterließ, war groß, denn er ließ alte Tempel wieder aufbauen und erbaute die Stadt, die heute noch seinen Namen trägt. Der hellenistische Einfluss in Ägypten blieb durch das Pharaonengeschlecht der Ptolemäer bestehen, die trotz ihres traditionell königlichen Auftretens immer Griechen blieben. Der berühmteste Spross dieses Geschlechts war wohl Kleopatra, von der gesagt wird, dass sie nicht nur klug, sondern auch schön gewesen sei, und sie war gewiss eine der wenigen Angehörigen dieser Dynastie, die sogar ägyptisch sprachen.


Freemasonry: Intelligenz einer Gottheit und Loyalität eines Ministers in einer Person


In Alexandria verschmolzen alte ägyptische Götter mit griechischen Göttern, und so entstanden schwammige Gottheiten, die für jeden Geschmack passend waren. Die Zwillingssäulen der beiden Länder wurden zu den Säulen des Hermes, und auch die Eigenschaften des alten ägyptischen Mondgottes Thoth wurden Hermes zugeschrieben. Thoth verkörperte die Weisheit und war, wie bereits erwähnt, der Bruder der Ma'at. Es wurde behauptet, dass dieser Gott alles geheime Wissen besaß, das auf 36.535 Schriftrollen unter der himmlischen Wölbung versteckt sei und nur von Würdigen gefunden werden könne, die ihr Wissen zum Wohle der Menschheit benutzten. (Uns fiel auf, dass die Anzahl der Schriftrollen fast genau den Tagen in einem Jahrhundert entspricht.) Hermes übernahm jetzt Thoths Rolle als Erfinder der Schrift, der Architektur, der Arithmetik, der Landvermessung, der Geometrie, der Astronomie, der Medizin und der Chirurgie.
Sowohl Thoth als auch Hermes spielen eine bedeutende Rolle in den Überlieferungen der Freimaurerei, und die beiden Namen werden in Freimaurermythen für ein und dieselbe Person verwendet, wie Fellows in seinem Buch The Mysteries of Freemasonry schreibt:

"In das Grabmal des Ozymandias wurden 20.000 Bände gelegt [...] alle wurden Thoth oder Hermes zugeschrieben, der, wie es wohl bekannt ist, in seiner Person die Intelligenz einer Gottheit mit dem Patriotismus eines treuen Ministers vereinte."

Die alten Regeln der Freimaurerei berichten uns, wie Hermes/Thoth an der Entwicklung der Naturwissenschaften beteiligt war [...] Hier berichten die freimaurerischen Dokumente, wie die Griechen ihre Glaubenssätze aus ägyptischen Legenden aufbauten. Die Datumsangabe "Anno Mundi" wird vom Beginn der Welt an gerechnet, der von der Freimaurerei auf 4000 v.Chr. angesetzt wird – genau der Zeitpunkt, als die sumerische Zivilisation scheinbar aus dem Nichts auftauchte!


S. 210) Wie das Volk der Juden zur Hellenisierung von Mittelerde beitrug

Im 4. Jh. war die jüdische Theologie ausgereift und besaß ausführliche eigene Überlieferungen, und die Priesterschaft wollte keine Einmischung der Griechen oder sonstiger Kulturen.
Doch viele ihres Volkes vergaßen schnell die eher restriktiven Aspekte des Bundes mit Jahwe und schlossen sich dieser neuen kosmopolitischen Weltordnung mit großer Bereitwilligkeit an.

Bald gründete das neue Volk, das sich selbst Volk der Juden nannte, eigene Viertel in fast jeder hellenistischen Stadt. Die Juden konnten nur wenig anbieten, denn ihre junge Kultur war nicht firm in der Baukunst oder einem bestimmten Handwerk, aber durch grausame Umstände hatten sie gelernt, einfallsreich zu sein und das Beste aus jeder Situation zu machen. Diese natürliche Erfindungsgabe und der Wille, Schwierigkeiten zu begegnen, prädestinierte sie geradezu für den Handel: Käufer und Verkäufer, Makler und Händler, die sich ehrlich ihren Lebensunterhalt dadurch verdienen konnten, dass sie eine Gelegenheit ergriffen, die anderen vielleicht entging. Juden wurden geachtete Mitglieder des Handels, der das griechische Imperium antrieb.
Ein Kommentator beschrieb sie als "Griechen, nicht nur durch die Sprache, sondern auch im Geiste."

Die Juden nahmen ihren Glauben an Jahwe mit, und ihre heiligen Bücher wurden in Koine übersetzt, die Umgangssprache der Städte, die sich aus dem klassischen Griechisch entwickelt hatte. Diese Schriften wurden unter dem Namen Septuaginta bekannt – das "Buch der siebzig Bücher". Die frühen Schriften gab es nun in Hebräisch, dem Aramäisch des Persischen Reiches und in Koine, und von diesem Zeitpunkt an konnten neue religiöse Werke in diesen drei Sprachen gelesen oder sogar neu geschrieben werden.
Doch Sprache ist eine seltsame Sache. Sie ist ein lebendiges und besonderes Kommunikationsmittel, das zu einer bestimmten Zeit innerhalb einer Gemeinschaft auch funktioniert. Etwas zu übersetzen ist eine sehr abstrakte Kunst und keineswegs ein mechanischer Prozess, wie man sich das vielleicht vorstellt. Die griechische Sprache wurde von rationalen, freidenkenden, kosmopolitischen Menschen entwickelt, die Rhetorik und Philosophie sehr wirkungsvoll benutzten. Hebräisch aber wurde von beseelten, irrationalen Menschen geformt, die eine ganz andere Weltsicht hatten. Die Juden von Alexandria, Ephesus oder anderen Städten, die ja kein Koine sprachen, übersetzten ihre Schriften in der besten Absicht, aber sie mussten einfach Ton und Bedeutung verändern.


S. 211) Neue Kulte im Imperium

Die Religion Jahwes hatte inzwischen die Aufmerksamkeit der Okkultisten erregt, die von ihrem vermeintlichen magischen Potenzial fasziniert waren und die Bedeutung ganz anders auslegten. Die Numerologie (die Zahlenkunde) interessierte sie, und sogar der hebräische Name Gottes, der zwar Jahwe ausgesprochen, aber JHWH geschrieben wurde, bekam eine besondere Bedeutung. Die Griechen nannten diesen Namen Gottes das "Tetragramm" und behandelten die jüdischen Texte als Quelle uralter, esoterischer Weisheit. Neue Kulte entstanden im Imperium, die zur Grundlage die Schriften Jahwes hatten, zu denen aber keine Juden gehörten. Diese Nichtjuden nahmen sich das vom Judentum, was ihnen zusagte, und wie wir später sehen werden, waren es diese Gruppen, die später den Nährboden für einen griechischen Mysterienkult namens Christentum bildeten.


S. 229) Wenn die Qumraner wirklich die ersten Christen waren

Von allen Gruppen, die es zu jener Zeit in Israel gab, hielten wir die Gemeinde von Qumran für die Wichtigste.
Sie war in den Bergen Judäas beheimatet und zählte nie mehr als zirka zweihundert Mitglieder.
Trotz dieser geringen Zahl an Mitgliedern war ihr Einfluss auf die Welt massiv. [...]
Unsere ursprüngliche Hypothese, dass die Freimaurerei ihren Ursprung in dieser Gruppe hatte, war als Möglichkeit zustande gekommen, weil wir eine Verbindung zwischen den Essenern und den alten Ägyptern gefunden hatten, aber wir mussten jetzt nach direkten Beweisen für freimaurerische Einstellungen und Riten suchen. Wenn wir Recht hatten und es eine direkte Verbindung zwischen der Freimaurerei und den Leuten von Qumran gab, und wenn die Qumraner wirklich die ersten Christen waren, dann folgt daraus, dass Christus in bestimmtem Sinn ebenfalls Freimaurer gewesen sein muss. Uns war völlig bewusst, dass diese Annahme viele Christen von heute entsetzen musste, besonders die römisch-katholischen, aber wir fanden wirklich den Beweis, dass es genau so war.